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06.06.2013

Praxisseminar Preisverdächtig!

Vermittelt werden Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises 2013. Im Rahmen von Workshops zu Bilderbuch, Kinderbuch und Jugendbuch (Sachbücher sind ebenfalls integriert) können kreative Vermittlungsmethoden kennengelernt und erprobt werden. Anmeldeseite [mehr]

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Keinen Euro mehr!?

Borro-Rezension

Thilo Sarrazin formuliert in diesem Buch seine Ablehnung der immer stärker auf ein “Bail-out”, d.h. auf Schuldentilgung durch Dritte, ausgerichteten Politik innerhalb des Euroraums. Seine Hauptthese: Mit dem Maastricht-Vertrag von 1992 sei das finanzielle Eintreten eines Landes für die Schulden eines anderen Landes völkerrechtlich verbindlich ausgeschlossen worden. Da die Währungsunion auf diesem Vertrag beruht, hätte der Streit über Rettungsschirme, Stützungskäufe und die Ausgabe von Eurobonds angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise komplett vermieden werden können. Aufgrund des wissentlichen Vertragsbruchs durch die Mehrzahl der Staats- und Regierungschefs sowie durch die Europäische Zentralbank werde Deutschland zu einer immer riskanteren Wirtschafts- und Geldmarktpolitik gedrängt. Sarrazin ist Ökonom, Wirtschaftspolitiker und seit der Veröffentlichung von “Deutschland schafft sich ab” auch Buchautor. Er belegt seine Meinung durch eine Fülle an Fakten und deren historische Einordnung in einem auch für ökonomische Laien verständlichen Sprachstil. Das Buch ist in seinen gelungenen Passagen eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre mit einem Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert. Dem Autor fällt es hingegen schwer, Europa als politisches Projekt zu denken. Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Ökonomie, die sehr unter den Mentalitätsunterschieden zwischen Bürgern der “Nordländer”, die zum geordneten Wirtschaften fähig seien, und jenen der “Südländer”, wo Chaos, Korruption und Verantwortungslosigkeit herrschten, zu leiden habe. Hier führt der Drang zu argumentativer Zuspitzung bei Sarrazin schnell zu kritikwürdigem Populismus.

Thomas Völkner, Juni 2012

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