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Ziel dieser Fortbildung ist die Entwicklung und Festigung eines ebenso persönlichen wie authentischen Stils für Referententätigkeiten und Teambegleitung. Neben der Schulung des persönlichen Auftretens werden Kenntnisse im Bereich von Gruppendynamik und Gruppenprozessen sowie Methodeneinsatz und Didaktik vermittelt. [mehr]
weitere TermineBonn, 21.10.2009 - Eine Frau wird das Oberhaupt der katholischen Kirche. Schon vor dem Kinostart wird die Neuverfilmung der Legende von der „Päpstin“ mit Lob und Jubel überschüttet. Johanna sei eine 1200 Jahre alte Heldin für unsere Zeit, sie sei ein Vorbild für alle Frauen, eine starke Frau so wie Hildegard von Bingen, deren “Visionen“ seit zwei Wochen im Kino zu sehen sind. Der große Unterschied: Hildegard von Bingen hat tatsächlich gelebt. Die Päpstin hat es nicht gegeben. Sie ist eine Erfindung von Männern, die als Aufhänger (in der Fachsprache ein „Predigtmärlein“) einem ganz bestimmten Zweck zu dienen hatte: Frauen in ihre Schranken zu weisen.
Für Gisela Muschiol (50), Kirchenhistorikerin an der Universität Bonn, ist „Die Päpstin“ deshalb auch kein gutes Beispiel für Emanzipation. Im Gegenteil. Im Gespräch mit medienprofile.de vom Bonner Borromäusverein erklärt die Fachfrau für Frauen- und Geschlechtergeschichte, warum die Autorin Donna Cross mit ihrer Romanvorlage der Frauenemanzipation eher einen Bärendienst erwiesen hat. „Die Quintessenz aus der Erzählung von der Päpstin ist doch: Eine Frau, die nach einem ihr (von Männern!) nicht zugedachten Amt strebt, muss zwangsläufig scheitern. Damit möchte ich mich nicht identifizieren. Das ist nicht die Perspektive, die moderne Frauen wollen.“ Die Wissenschaftlerin beschreibt, wie sich die Legende der Päpstin überhaupt über so viele Jahrhunderte erhalten konnte. Für Muschiol ist sie ein typisches Predigtmärlein. Das sind ausgeschmückte Geschichten aus den Predigerhandbüchern des 13. Jahrhunderts, mit denen man mehr Aufmerksamkeit bei den Zuhörern erreichen wollte. Muschiol: „Ein solcher Aufreißer ist die Geschichte von der Päpstin.“ Das Predigtmärlein von der Päpstin dürfte im Mittelalter einem eindeutigen Zweck gedient haben: Frauen und Männer voneinander abzugrenzen, Frauen in ihre Schranken zu weisen, ihnen klare Rollen zuzuweisen. „Diese Rollenzuweisung an Frauen bleibt ein Motiv vieler Autoren, die die Geschichte von der ‚Päpstin’ bis ins 20. Jahrhundert hinein für ihre Ideen verwenden.“
Auch wenn sich die Wissenschaftlerin Gisela Muschiol naturgemäß kritisch mit der Romanautorin Donna Cross auseinandersetzt, findet sie die Geschichte der Päpstin spannend: „Es hat ja immer wieder Versuche gegeben, aus der Legende einen Roman zu machen. Die Story ist einfach gut! Die Geschichte macht aufmerksam, mit der kann man was transportieren, und ich glaube, Donna Cross transportiert hier auch eine Menge.“
Gisela Muschiol
Gisela Muschiol (geb. 1959) ist Kirchenhistorikerin an der Fakultät für katholische Theologie der Universität Bonn. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Kirchengeschichte des Mittelalters, der Geschichte der Orden und geistlichen Gemeinschaften, der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Neben anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist sie Vorsitzende des Hildegardisvereins e.V., der Frauenstudien fördert und die Voraussetzung für Frauenbildung nachhaltig verbessern will. Frau Muschiol lebt mit Mann und Tochter in Münster.
"Die Päpstin" von Donna Cross
Donna W. Cross sorgte mit ihrem im Berliner Aufbau Verlag erschienenen Roman „Die Päpstin” 1996 für Aufsehen. Sie suggeriert darin, die Wahrheit über eine Frau zu erzählen, die sich im 9. Jahrhundert als Mann ausgegeben hat und zum Papst gewählt wurde. Ihre Verkleidung flog auf, als sie während einer Prozession ein Kind zur Welt brachte. Die katholische Kirche habe Jahrhunderte später versucht, alle Zeugnisse dieser für sie peinlichen Angelegenheit aus den Archiven zu entfernen, auf dass die „Päpstin” in Vergessenheit gerate. Der Roman wurde zu einem viel diskutierten Bestseller, dessen Verfilmung jetzt in die Kinos kommt. Eine Besprechung des Film erscheint in Kürze unter medienprofile.de, wo Sie auch die Buchbesprechung des Borromäusvereins recherchieren können.
Rolf Pitsch, M.A.
Direktor
Tel. 0228/7258-111
presse@borromaeusverein.de
Der Borromäusverein e.V. ist eine Medieneinrichtung der Katholischen Kirche.
Seine Angebote entstehen in enger Zusammenarbeit mit den diözesanen Büchereifachstellen. Sein Lektorat gibt einen kompetenten Überblick über die Neuerscheinungen des Marktes und spricht Medienempfehlungen insbesondere für öffentliche Büchereien aus. Er setzt sich für die Leseförderung ein und entwickelt entsprechende Angebote. Weitere Dienstleistungen sind Bildungsangebote zur Förderung der bibliothekarischen, literarischen und spirituellen Kompetenz.
Der Borromäusverein ist alleiniger Gesellschafter der borro medien gmbh (www.borromedien.de).
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