Die blassen Herren mit den Mokkatassen

Sinnlos hat Herta Müller Seite für Seite Sätze und Wörter aneinander gereiht (und gelegentlich reimen sie sich - wohl versehentlich). So weit so gut - und inder modernen Poesie heute alltäglich üblich. Das Besondere aber daran: Die blassen Herren mit den Mokkatassen Die Autorin dichtet mit der Schere! Sie zerschnipselt Gedrucktes in allen Farben und setzt aus den ausgeschnittenen Wörtern bunte Zeilen zusammen, wohl mehr nach ästhetischen als inhaltlichen Gesichtspunkten. Dazu wird jede Seite illustriert von einem ebenso sinnlosen Collagebild aus Fotoausschnitten, Katalogabbildungen u. ä. Das ganze ergibt ein sehr buntes Büchlein, das an Zeiten der Dada-Bewegung erinnert und wohl nicht so sehr gelesen werden soll, sondern nur angeschaut werden kann. Wie weit es ein "Wunderwerk der poetischen Phantasie" geworden ist, wie der Verlag behauptet, darüber kann mit Fug und Recht streiten. - Jedenfalls: für Büchereien überflüssig!

Georg Bergmeier

Georg Bergmeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die blassen Herren mit den Mokkatassen

Die blassen Herren mit den Mokkatassen

Herta Müller
Hanser ([20]09)

[54] Bl. : zahlr. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 549342
ISBN 978-3-446-20677-9
9783446206779
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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