Steine in meiner Hand

Gebürtig aus Algier führt die knapp 30-jährige Ich-Erzählerin ein selbstständiges Leben als leitende Angestellte in einem Verlag in Paris. Als sie zu ihrer Familie nach Algier fährt, weil ihre jüngere Schwester heiratet, erlebt Steine in meiner Hand sie den Konflikt als Wanderin zwischen zwei Kulturen hautnah: Sie selbst hat keinen Partner, wünscht sich insgeheim einen; und ihre Familie möchte unbedingt, dass sie endlich heiratet, weil sie erst dann eine richtige Frau ist. Der Balanceakt zwischen den beiden so unterschiedlichen Kulturen wird für die Erzählerin zur Suche nach der eigenen Identität. - Die Autorin wuchs in Algier auf und lebt und arbeitet in Paris. Man darf also annehmen, dass ihr Roman stark autobiografisch geprägt ist. Was das Buch so lesenswert macht: die liebenswürdige heitere Ironie, mit der die Autorin die beiden Welten beschreibt, in denen sie lebt. Es ist eine Liebeserklärung an eine arabische Welt mit all ihren Macken und Fehlern ebenso wie eine emotionale Bestandsaufnahme des Lebens einer Nordafrikanerin in einer modernen europäischen Metropole. Für alle Bestände sehr zu empfehlen. (Übers.: Regina Keil-Sagawe)

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Steine in meiner Hand

Steine in meiner Hand

Kaouther Adimi
Lenos-Verl. (2017)

180 S.
fest geb.

MedienNr.: 872495
ISBN 978-3-85787-480-2
9783857874802
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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