Der Monat vor dem Mord

Im Mittelpunkt steht der Chemiker Horstmann, ein Prototyp der bürgerlichen Gesellschaft der Bundesrepublik der 70er Jahre. Er lebt mit seiner Familie nur noch aus Gewohnheit in einem Einfamilienhaus, obwohl sich alle bereits auseinandergelebt Der Monat vor dem Mord haben. Horstmann träumt davon, aus der bürgerlichen Enge auszubrechen. Die Ehe mit seiner Frau ist eingeschlafen und bei seiner Arbeit im Labor ist er unzufrieden. Er benötigt Geld für ein neues Leben mit anderen Frauen. Eine Gelegenheit ergibt sich, als seine Firma beauftragt wird, ein Mittel gegen einen neu aufgetretenen Kiefernschädling zu finden. Er forscht intensiv, findet ein Gegenmittel und erhält vom Unternehmer seiner Firma für die Forschungsergebnisse unter Vorspiegelung falscher Tatsachen 100.000 DM. Horstmann verwickelt sich in ein Gewirr von Lügen, Erpressung und Mord. Bei diesem Roman handelt es sich um das Erstlingswerk von Jacques Berndorf. Nach der Veröffentlichung im "Stern" als Fortsetzungsroman liegt er nun erstmals als Buch vor. Die Geschichte lebt von der Beschreibung der gesellschaftlichen Umbrüche der Siebziger: wie eine Familie zerbricht und unter welchen Voraussetzungen ein in der Mitte der Gesellschaft lebender Mann zum Mörder wird. Berndorf zeigte schon damals sein erzählerisches Talent und seine genaue Figurenzeichnung.

Helmut Lenz

Helmut Lenz

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Monat vor dem Mord

Der Monat vor dem Mord

Jacques Berndorf
KBV (2009)

KBV Krimi ; 202
183 S.
kt.

MedienNr.: 562196
ISBN 978-3-940077-52-3
9783940077523
ca. 9,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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