Das Vermächtnis der Familie Palmisano

Ganz geradlinig erzählt der katalanische Autor die Saga der süditalienischen Familien Convertini und Palmisano zu Beginn des 20. Jh. In großen Schritten durcheilt er die Kindheit der beiden Protagonisten und nutzt die Gelegenheit, Das Vermächtnis der Familie Palmisano die verschiedenen Schichten des verarmten süditalienischen Landstrichs darzustellen: bittere Armut, Analphabetismus und Kinderarbeit auf der einen Seite, auf der anderen eine großbürgerliche, ja fast adelige Lebensweise. Die Person des Vitantonio stellt gewissermaßen die Verbindung her: Er darf studieren, will aber nicht das Geschäft übernehmen, sondern Anwalt für die apulischen Bauern werden. Wenn nicht das faschistische Italien an Deutschlands Seite in den Zweiten Weltkrieg eingetreten wäre... So kann der Autor Vitantonio zum Beobachter der Geschehnisse in Bari machen und sie in der Sprache des nüchtern denkenden jungen Mannes darstellen. Trotzdem oder gerade deshalb beeindrucken sie den Leser, der sicher auch die familiären Gefühlsverwicklungen goutiert. Mit diesem Buch entreißt Nadal ein - zumindest in Deutschland - wenig bekanntes Kapitel des Zweiten Weltkriegs dem Vergessen und gibt dem Leiden der Zivilisten einen Namen. Auch kleineren Beständen zu empfehlen! (Übers.: Ursula Bachhausen)

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Vermächtnis der Familie Palmisano

Das Vermächtnis der Familie Palmisano

Rafel Nadal
Bastei-Lübbe (2017)

Bastei-Lübbe-Taschenbuch ; 17539
382 S.
kt.

MedienNr.: 863157
ISBN 978-3-404-17539-0
9783404175390
ca. 11,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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