Die fremde Königin

Im zweiten Band der Ottonen-Geschichte (s. "Das Haupt der Welt": BP/mp 13/901) hat Berengar, Markgraf von Ivrea, den König von Italien vergiftet und dessen Witwe Adelheid mit ihrer kleinen Tochter Emma in der Burg Garda Die fremde Königin eingekerkert. Er will, dass sie seinen fünfzehnjährigen Sohn Adalbert heiratet; somit hätte der ehrgeizige und skrupellose Graf Zugriff auf den Königstitel. Adelheid kann aber mit Hilfe eines vom deutschen Königshaus ausgesandten Helfers, Gaidemar, fliehen. Sie heiratet den verwitweten, um zwanzig Jahre älteren König Otto, und es wird eine glückliche Ehe. Gaidemar, Panzerreiter des Königs, steigt zum Hauptmann auf und hat bei der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Ungarn im Jahr 955 wesentlichen Anteil am Sieg der verbündeten deutschen Stämme unter Führung von Otto I. Von Adelheids Söhnen überlebt nur Otto, der später als Otto II. in die Geschichte eingeht. Adelheid nimmt regen Anteil an den Regierungsgeschäften und wird schließlich Mitregentin des Königs. - Die Autorin versteht es wieder hervorragend, die historischen Ereignisse in verständlicher Manier vorzustellen. Ihr Schreibstil ist flüssig, ansprechend, und trotz der 750 Seiten kommt nie Langeweile auf - im Gegenteil. Die Verquickung von Fiktion (Gaidemar) und den größtenteils belegten historischen Personen ist bestens gelungen. Ein Personenverzeichnis hilft, den Überblick über die zahlreichen Protagonisten nicht zu verlieren. Nicht nur für die zahlreichen Freunde der Autorin eine empfehlenswerte Lektüre. Trotz diverser Gewaltszenen überall gut einsetzbar.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die fremde Königin

Die fremde Königin

Rebecca Gablé
Lübbe Ehrenwirth (2017)

762 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 848225
ISBN 978-3-431-03977-1
9783431039771
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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