Esperanza

Die lange verdrängte Vergangenheit macht sich sichtbar, als Esperanza, die vor Jahrzehnten als Gastarbeiterin nach Deutschland kam, einem jungen Mann gegenübersteht, der ihr Sohn sein will. Das schüttelt ihr derzeitiges Leben an Esperanza der Seite von Karlotto und den gemeinsamen, inzwischen erwachsenen Kindern erst mal richtig durch. Nun wird sie ihre Vergangenheit und ihr derzeitiges Leben in Einklang bringen müssen. Dazu kommt, dass in ihrem Heimatdorf in Spanien begonnen wird, die vor Jahrzehnten ermordeten politischen Gegner zu identifizieren, um sie ordentlich bestatten zu können. Und einer davon war ihr Onkel Ramón, dessen Erschießung sie als Jugendliche in einem Graben versteckt miterlebt hatte, und von dem Esperanza zufällig eine Babylocke besitzt. Jetzt macht sie sich in ihren Geburtsort auf, um das Beweismaterial abzuliefern. Im letzten Moment ist es ihrer Tochter Karla geglückt, ein Flugticket im gleichen Flieger zu kaufen, so dass sie nun ihre Mutter - gegen deren Willen - begleiten wird. Nach und nach entdecken sie die komplexen Zusammenhänge aus der Kindheit und Jugend Esperanzas. - Kunstvoll verwoben und sehr nahegehend erzählt, breitet die Autorin eine höchst aktuelle Geschichte vor den Leserinnen und Lesern aus, basierend auf den historischen Ereignissen des 20. Jh. und deren Aufarbeitung, die auch in unseren Tagen nur schleppend vorangetrieben wird.

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Esperanza

Esperanza

Marina Caba Rall
Wagenbach (2016)

221 S.
fest geb.

MedienNr.: 818173
ISBN 978-3-8031-3275-8
9783803132758
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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