Heimliche Leser in der DDR

Abweichend vom in der Verfassung der DDR von 1949 enthaltenen Passus, dass "die Freiheit der Presse, des Rundfunks und Fernsehens... gewährleistet [ist]", entwickelte die mit dem Ministerium für Staatssicherheit kooperierende Heimliche Leser in der DDR Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel perfide Methoden, um die Bürger vor schädlichem, aus dem Westen stammenden Gedankengut "zu schützen". Die in 40 Jahren DDR entstandene Grauzone zwischen Erlaubtem, Unerwünschtem und Verbotenem erzeugte gewollte Verunsicherung, die sich v. a. auch hinsichtlich des Transfers und der Verteilung von a priori als verdächtig eingestufter Kirchenliteratur auswirkte. Wie die Zensur im Detail funktionierte und wie sie einfalls-, aber risikoreich unterlaufen wurde, ist in dieser Publikation nachzulesen, die die Beiträge einer Konferenz zum Thema "Heimliche Leser in der DDR" zusammenfasst, die 2007 in Leipzig stattfand. Informative Vorträge, die historische und soziologische Faktoren berücksichtigen, aufschlussreiche Podiumsgespräche sowie bewegende Aussagen von Zeitzeugen verdeutlichen, dass weder die Währungsreform noch der Mauerbau den west-östlichen Medienfluss aufhalten konnten. - Im 20. Jahr des Mauerfalls regt die Sammlung an, über jüngste deutsche Geschichte nachzudenken und dankbar für deren glücklichen Verlauf zu sein.

Kirsten Sturm

Kirsten Sturm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Heimliche Leser in der DDR

Heimliche Leser in der DDR

Siegfried Lokatis ... (Hg.)
Links (2008)

406 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
kt.

MedienNr.: 300257
ISBN 978-3-86153-494-5
9783861534945
ca. 30,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge, Ha
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