Slawa und seine Frauen

Im Alter von 15 Jahren findet die in Eisenhüttenstadt aufgewachsene, 1963 geborene Mutter des Autors heraus, dass sie einen Adoptivvater hat. Ihre Eltern waren linientreue DDR-Bürger. Erst 2015 begibt sich Felix Stephan mit seiner Slawa und seine Frauen inzwischen 51-jährigen Mutter auf Spurensuche nach deren leiblichem Vater, dem ukrainischen Juden und Psychologen Slawa Falbusch. Mithilfe des Internets können sie Slawas Witwe Olga kontaktieren, die sie in der Ukraine aufsuchen. Entgegen der Version von Stephans Großeltern, die behaupteten, Slawa habe seine Mutter abrupt verlassen, als er erfuhr, dass sie von ihm schwanger war, erklärt Olga ihnen, dass Slawa zeit seines Lebens darunter gelitten habe, seine Tochter nie kennen gelernt zu haben. Er sei in die Heimat zurückgekehrt, weil seine Eltern einer Ehe Slawas mit einer Deutschen nie zugestimmt hätten. - Stephan erzählt seine ganz persönliche Familiengeschichte vor dem Hintergrund der Erfahrungen seiner Familie mit dem Leben in der einstigen DDR. Aufgrund der Familienbande erfährt der Leser auch einiges über die Lebensverhältnisse in der heutigen Ukraine. Ein Buch, das aufgrund eines persönlichen Schicksals die politischen und sozialen Verhältnisse im ehemaligen Ostblock thematisiert.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Slawa und seine Frauen

Slawa und seine Frauen

Felix Stephan
Droemer (2017)

219 S.
kt.

MedienNr.: 591682
ISBN 978-3-426-27716-4
9783426277164
ca. 16,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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