"Das ganze Kind hat so viele Fehler"

In der 13. Woche Schwangerschaftswoche erfährt die Spiegel-Redakteurin Sandra Schulz, dass ihr Kind Trisomie 21, auch bekannt als Down-Syndrom, hat. Durch weitere Untersuchungen werden noch ein Gehirnschaden und ein schwerer Herzfehler "Das ganze Kind hat so viele Fehler" festgestellt. Nach diesen Hiobsbotschaften entscheiden sich Sandra und ihr Mann für eine Abtreibung, aber die werdende Mutter kann eine solche "Selbstverstümmelung" nicht übers Herz bringen. Stattdessen sucht sie weitere Ärzte, Beratungsstellen, Seelsorgerinnen und andere Betroffene mit ihren Fragen auf. Wird ihre Tochter, die sie inzwischen Marja nennen, trotz Behinderung ein erfülltes Leben führen können? Sind Behinderte in unserer Optimierungsgesellschaft überhaupt erwünscht? Wenn Sandra abtreibt, kann sie dann mit ihren 39 Jahren nochmals schwanger werden oder ist Marja ihre einzige Chance auf ein eigenes Kind? Wird ihre Ehe den Belastungen standhalten? Was ist mit Sandras Journalisten-Karriere? Mit gnadenloser Aufrichtigkeit lässt die Autorin die Leser/innen an ihrem Leidensweg teilhaben. Ohne Tabus beschreibt sie, welche Gefühle und Gedanken in ihr toben. Die Pränataldiagnostik kann unzählige, mehr oder weniger sichere Befunde erheben, aber die Entscheidung für oder gegen ein behindertes Kind muss letztendlich jede Schwangere alleine treffen. Sandra Schulz entscheidet sich für Marja, die in der 29. Woche mittels Kaiserschnitt geboren wird. - Alle, die sich beruflich oder privat mit diesem heiklen Thema beschäftigen, können von diesem sehr berührenden Buch profitieren. Auch als Anregung für (kirchliche) Gesprächskreise bestens geeignet.

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

"Das ganze Kind hat so viele Fehler"

"Das ganze Kind hat so viele Fehler"

Sandra Schulz
Rowohlt Polaris (2017)

237 S.
kt.

MedienNr.: 591607
ISBN 978-3-499-63221-1
9783499632211
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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