Autobiographie

Agatha Christies Werk umfasst außer 66 Kriminalromanen, vielen Kurzgeschichten und Bühnentexten auch eine umfangreiche Autobiografie, die jedoch erst 1977, nach ihrem Tod, erschienen ist und jetzt in einer Neuauflage vorliegt. Die Autobiographie wohl bekannteste Krimiautorin der Welt berichtet darin jedoch nur nachrangig von ihrer Tätigkeit als Autorin, von der Inspiration zu kniffligen Romanhandlungen oder dem Starrummel in der Buch- und Verlagswelt. Viel mehr bietet sie Einblicke in verschiedene private Aspekte ihres Lebens: die Kindheit in spätviktorianischer Zeit, der im Elternhaus erfahrene Wechsel zwischen Armut und Wohlstand, gesellschaftliche Veränderungen, die während des Ersten Weltkriegs einsetzten und Auswirkungen auf das Familienleben hatten, sowie nicht zuletzt ihre eigene Emanzipationsgeschichte. Hinzu kommen Betrachtungen zu Erfindungen und Entdeckungen, die das Leben in den ersten Dekaden des 20. Jh. stark beeinflussten. In heiterem, zurückhaltendem Ton fließen einige spärliche, teils wenig aussagekräftige Erinnerungen an erste Schreibversuche ein, die schließlich in schriftstellerische Erfolge mündeten. Agatha Christies Erzählhaltung gegenüber ihren eigenen Erfolgen lässt sich am ehesten als "typisch englisches Understatement" bewerten. Wichtiger scheint ihr gewesen zu sein, von der spät erwachten Faszination für antike Ausgrabungen zu erzählen. - Geeignet als ergänzende Lektüre für Agatha-Christie- und Krimi-Fans in großen Beständen, die nicht ausschließlich Krimi-Relevantes erwarten.

Thomas Völkner

Thomas Völkner

rezensiert für den Borromäusverein.

Autobiographie

Autobiographie

Agatha Christie
Atlantik-Verl. (2017)

637, [16] S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 589599
ISBN 978-3-455-00052-8
9783455000528
ca. 30,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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