Zwangsarbeit und katholische Kirche 1939 - 1945

Von den 13 Millionen Zwangsarbeitern, die während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland eingesetzt wurden, waren nur etwa 6000 in kirchlichen Betrieben, v.a. in der Landwirtschaft, tätig. Nachdem die Thematik lange vernachlässigt Zwangsarbeit und katholische Kirche 1939 - 1945 worden war, wurde sie mit der allgemeinen Diskussion um eine Entschädigung der Zwangsarbeiter zum medienwirksamen Gesprächsstoff. Die deutschen Bischöfe ließen daher in den Jahren 2000 bis 2005 intensive Nachforschungen über Umfang und Umstände der Beschäftigung von Zwangsarbeitern durch kirchliche Einrichtungen anstellen. Diese Dokumentation stellt die Forschungsergebnisse für jede Diözese mit Text, Statistiken und Grafiken vor. Im allgemeinen Teil wird begründet, warum sich die Kirche nicht an der allgemeinen Entschädigung beteiligte, sondern einen eigenen Entschädigungsfonds und zusätzlich einen Versöhnungsfonds schuf. Der Band geht auch auf die inzwischen erfolgten und abgeschlossenen Entschädigungsleistungen ein. Darüber hinaus wird berichtet, welche Absichten mit dem Versöhnungsfonds verfolgt wurden und weiter verfolgt werden. - Eine aufschlussreiche und auch gut lesbare Neuerscheinung zur Zeitgeschichte. Größeren Büchereien durchaus zu empfehlen.

Hans Niedermayer

Hans Niedermayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Zwangsarbeit und katholische Kirche 1939 - 1945

Zwangsarbeit und katholische Kirche 1939 - 1945

hrsg. im Auftr. der Dt. Bischofskonferenz von Karl-Joseph Hummel ...
Schöningh (2008)

703 S. : graph. Darst.
fest geb.

MedienNr.: 272316
ISBN 978-3-506-75689-3
9783506756893
ca. 54,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re, Ge
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