Roman des Monats Dezember

Kleine Freiheit

Mit vierzig hat Saskia alles, was sie sich als Kind immer gewünscht hat. Sie ist Richterin, pausiert aber wegen ihrer beiden Jungs, hat ein Haus auf dem Land und einen erfolgreichen Mann. Aufgewachsen ist sie in einer Kommune und wurde früh von ihrer Kleine Freiheit Mutter verlassen. Eine richtige Familie war daher ihr großer Wunsch. In der Idylle entstehen Risse, als in der Nähe ein Windpark gebaut werden soll. Eine Bürgerinitiative wird gegründet, in der Saskia sich engagiert. Doch schon bald zeigt sich, dass in der Bürgerinitiative Meinungen vertreten werden, die weit über das eigentliche Anliegen hinausgehen und Saskia nicht geheuer sind. Ihr Vater ist nach wie vor ein Hippie, der die Ideale der 68er hochhält und gegen Kapitalismus und Ungerechtigkeit kämpft. Saskias Leben findet er spießig. Aus Rückblenden in Saskias Kindheit und Jugend und den Szenen um Saskias bürgerliches Leben in der Gegenwart und dem Kampf gegen den Windpark erzählt Nicola Kabel eine bewegende Vater-Tochter-Geschichte, die fragt, was Familie heißt und welchen Wert Stabilität und Halt haben. Außerdem thematisiert sie die Spannungen erzählt, unter denen unsere Gesellschaft zu zerreißen droht. Ein gelungenes Debüt, das man nur schwer aus der Hand legen kann.

Melanie Bremer

Melanie Bremer

rezensiert für den Borromäusverein.

Kleine Freiheit

Kleine Freiheit

Nicola Kabel
C.H.Beck (2021)

270 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 606651
ISBN 978-3-406-76467-7
9783406764677
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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Auszeichnung: Roman des Monats