Roman des Monats Januar 2020

Bakhita

Als Fünfjährige aus ihrem sudanesischen Dorf geraubt, auf dem Sklavenmarkt mehrmals zur Schau gestellt und verkauft, wird Bakhita immer wieder seelisch und körperlich missbraucht. Erst, als der italienische Konsul von Khartum, Michieli Bakhita sie kauft und mitnimmt nach Italien, bessert sich ihre Lage. Michielis von Tot- und Fehlgeburten heimgesuchte Frau nimmt es hin, dass Bakhita ihrer neugeborenen Tochter zur eigentlichen Mutter wird. Als die Michielis für ein Jahr in den Sudan zurückkehren, lebt Bakhita im Canesianerinnen-Kloster von Venedig. Dort will sie Nonne werden - doch die Michielis wollen sie nicht gehen lassen. Erst nach einem Gerichtsverfahren ist Bakhita frei, dort einzutreten. Aber auch im Kloster muss sie gehorchen. Nachdem sie Venedig verlassen und im Kloster von Schio immer wieder neue Tätigkeiten übernehmen muss, erzählt sie ihre traumatische Geschichte, die sofort vermarktet wird. - Véronique Olmi erzählt spannend vom Leben dieser Frau, die von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde. Vor dem Hintergrund sozialer und politischer Strukturen erfahren die Erlebnisse der Protagonistin durch die im Präsens gehaltene Erzählweise und bildliche Sprache erschütternde Unmittelbarkeit. Die durchweg sensibel gezeichneten Figuren runden die überzeugend geschriebene Lebensgeschichte ab.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Bakhita

Bakhita

Véronique Olmi ; aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Hoffmann und Campe (2019)

414 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 598678
ISBN 978-3-455-00601-8
9783455006018
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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