©tonies®

tonies®

In viele Kinderzimmer sind sie bereits eingezogen – die bunten Tonieboxen mit den kleinen magnetischen Figuren, den so genannten Tonies, mit denen die Boxen gesteuert beziehungsweise zum ‚Tönen‘ gebracht werden.
Was ist das Besondere an Tonies und Tonieboxen, und wo liegen die Vorteile gegenüber CDs, Kassetten und mp3-Playern?


Tonkassetten sind robust, doch wenn sie in die Jahre kommen, fangen sie gerne an zu leiern oder zu schnarren, und wenn sich gar einmal Bandsalat entwickelt hatte, leidet die Audioqualität erst recht so, dass die Kassette bald aussortiert werden muss. Davor ist man bei CDs natürlich gefeit, jedoch sind die Scheiben dafür recht filigran, zerkratzen schnell und möchten mit ein wenig Vorsicht behandelt werden. Für kleine Kinder sind sie daher ebenfalls nicht ideal.
Digitale Abspielgeräte wiederum sind in der Bedienung für die Kleinsten zu kompliziert und das beleuchtete Display lenkt sie vom Hören ab.

Die Erfinder der tonies®, Patric und Marcus. ©tonies

Insgesamt ist die Steuerung der Toniebox auf eine kindgerechte Interaktion mit dem Medium angelegt und ermöglicht einen spielerisch-haptischen Umgang.

Das Toniesystem richtet sich an Kinder ab etwa 3 Jahren. Obwohl es auf digitaler Audiotechnik beruht, ist die Bedienung denkbar einfach und für Kinder gar ein haptisches Erlebnis. Denn die den Kindern aus Erzählungen wohlbekannten Figuren, die aufwendig gestaltet und liebevoll mit Details versehen sind, haften magnetisch auf der Box. Auf ein Display konnte komplett verzichtet werden.
Die Tonieboxen sind robuste, textilbezogene Würfel, erhältlich in sechs verschiedenen Farben. Wird ein Tonie erstmals auf eine mit einem WLAN-Netzwerk verbundene Box gestellt, erkennt diese ihn anhand des integrierten NFC-Chips, lädt die entsprechenden Audiodateien über das WLAN aus der Tonie-Cloud herunter und speichert sie. Bald darauf beginnt sie automatisch mit der Wiedergabe. Ist der Inhalt einmal auf dem Gerät abgelegt, kann dieser Tonie auch ohne WLAN-Zugriff gehört werden. Bei jedem weiteren Kontakt beginnt die Box automatisch, die Audiodateien für den entsprechenden Tonie abzuspielen. Nimmt man ihn herunter, pausiert die Wiedergabe. Die Lautstärke lässt sich über die unterschiedlich großen Ohren auf der Oberseite regulieren. Vor- und zurückspulen kann man, indem man die Box zur rechten oder linken Seite neigt, und um einen Track vor- oder zurück zu springen, klopft man seitlich dagegen. Zum Aufladen des Akkus wird die Box auf die Ladestation gesteckt. Insgesamt ist die Steuerung der Toniebox auf eine kindgerechte Interaktion mit dem Medium angelegt und ermöglicht einen spielerisch-haptischen Umgang.


©tonies®

Für jeden Titel gibt es einen eigenen Tonie, der einer Figur aus der Geschichte nachempfunden ist und von den Kindern leicht zugeordnet werden kann. Die Figur und das Gehörte werden in der kindlichen Wahrnehmung verknüpft. Die Figuren sind aus hochwertigem Kunststoff und sehr ansprechend gestaltet, so dass Kinder auch gerne mit den Tonies spielen.
Das Angebot an Tonies wächst ständig, auch wenn es nach wie vor eher überschaubar ist. Vertreten sind neben Einzeltiteln auch Folgen aus vielen bekannten Kinderhörbuchreihen wie ‚Die Olchis‘, ‚Benjamin Blümchen‘, ‚Die Drei ??? Kids‘, ‚Bibi Blocksberg‘ oder ‚Meine Freundin Conni‘. Von diesen sind allerdings jeweils nur wenige Folgen als Tonies verfügbar.
Ein weiteres großes Segment bilden Musiktonies. Hier ist wohl für jede Gelegenheit und jeden Geschmack etwas vorhanden.

Tonies, Tonieboxen und passende Behälter können über die ekz bezogen werden. Auch im Rahmen einer Projektteilnahme der Bücherei oder Bibliothek beim Leseförderprojekt des Borromäusverein „Wir sind LeseHelden" besteht die Möglichkeit, tonies® zu bestellen.

 

Daneben gibt es sogenannte Kreativtonies, auf die man eigene Inhalte aufspielen kann. Diese sind besonders für Familien reizvoll, weil etwa Eltern oder etwa Großeltern den Kindern selbst bei räumlicher Distanz mit der eigenen Stimme etwas vorlesen oder erzählen können. Ebenso ©tonies® können beliebige digital vorliegende Audioinhalte mit den Kreativtonies gehört werden. Die Steuerung erfolgt über die Tonie-Cloud, indem die Audiodateien mit dem entsprechenden Kreativtonie verknüpft werden. Beim nächsten Kontakt dieses Kreativtonies mit der Toniebox werden die gespeicherten Klänge wiedergegeben.
Natürlich empfiehlt sich für Büchereien grundsätzlich, vor der Einführung einer neuen Medienart den Bedarf zu ermitteln. So wäre bei Tonies abzuklären, ob die entsprechenden Boxen in zahlreichen Familien der Gemeinde vorhanden sind.
Tatsächlich sind die Boxen inzwischen vielerorts weit verbreitet und bei den Kindern sehr beliebt. Die Tonies selbst sind aufgrund ihrer Robustheit im Verhältnis zum schnelleren Verschleiß von Audiokassette und CD ideal als Büchereimedium geeignet. Es kann sinnvoll sein, sie für die Ausleihe in Kunststoffboxen zu stecken, in denen auch das Booklet einen Platz findet und auf denen der Barcode besser angebracht werden kann.

 

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Sollte es das Budget erlauben, kann zusätzlich über die Anschaffung einer oder mehrerer Tonieboxen nachgedacht werden, um Benutzern die Möglichkeit zu geben, diese kennenzulernen. Hierbei sollten die Boxen bereits zuvor startklar gemacht und am besten sämtliche in der Bücherei vorhandenen Tonies aufgespielt werden, damit sie mit jedem der Tonies ausprobiert werden können.
Die Boxen können ebenfalls zusammen mit Kreativtonies in der Veranstaltungsarbeit Verwendung finden, entweder durch bereits vorher aufgespielte Inhalte oder mithilfe der Smartphone-App, mit der Liveaufnahmen vorgenommen werden können, die dann dem jeweiligen Kreativtonie zugeordnet und auf die Box übertragen werden.


Gabriele Fischer arbeitet im Lektorat des Borromäusverein e.V.