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Welttag der Migranten und Flüchtlinge

Am 17. Januar ist Welttag der Migranten und Flüchtlinge. Papst Benedikt XV. rief diesen zum ersten Mal im Jahr 1914 aus.
Auch heutzutage müssen noch sehr viele Menschen ihre Heimat verlassen. In der Fremde suchen sie Schutz vor Vertreibung und Verfolgung.
Wie kann man hier vor Ort in Deutschland helfen? Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die sich engagieren und mithelfen wollen, dass Migranten und Flüchtlinge in Deutschland nicht nur einen Ort der Zuflucht finden, sondern auch das Gefühl bekommen, in ihrem neuen Zuhause willkommen zu sein.

Konstanze Nolte lebt in Bonn. Sie leitet die KÖB St. Elisabeth und ist zudem als Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe im Bonner Süden tätig.

Im Folgenden berichtet sie uns von ihrer Arbeit:

Als ehrenamtliche Leiterin einer katholischen Bücherei im Bonner Süden habe ich ab 2015, wie viele andere auch, die unterschiedlichsten Fördermöglichkeiten des Landes NRW nutzend den Medienbestand bewusst um zweisprachige Titel, Bücher in leichter Sprache und gezielte Medien zum Spracherwerb erweitert.
Gleichzeitig gab es mithilfe von motivierten Ehrenamtlichen zusätzliche Angebote der Sprachförderung von Vorlesestunden über Lesepaten bis hin zu interkulturellen Festen und Bastelnachmittagen. Als Engagierte in der Flüchtlingshilfe musste ich aber feststellen, dass der Griff zum Buch früh geübt werden muss und schwerfällt, wenn er nicht auch zuhause und kulturell eingeübt wird.

Im Klassenverband in die KÖB kommend, nutzen viele geflüchtete Kinder sehr gerne die Buchausleihe. Selbständig schaffen die Kids und ihre Familien leider nur sehr vereinzelt den Weg in die Büchereien hinein.
In meiner beruflichen Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin an einer Erzbischöflichen Schule mit dem besonderen Blick auf zugewanderte Schülerinnen habe ich dann eine wundersame Entdeckung gemacht, die sich seitdem immer wieder wunderbar wiederholt. 

Harry Potter- das ist DER Leseklassiker, der weltweit in jeder Kultur offensichtlich bekannt ist und geliebt wird. Junge Menschen, die hier ankommen und kaum Deutsch sprechen können, stürzen sich voller Elan und Ehrgeiz auf Band 1 in der fremden, deutschen Sprache und quälen sich mithilfe des Google-Übersetzers durch das erste Buch „Harry Potter und der Stein der Weisen“.
Der 2. Band geht den motivierten SchülerInnen dann schon etwas leichter von der Hand und ab Band 3 stellt sich in Kombination mit den wunderbaren Filmen in der deutschen Sprache tatsächlich wachsende Lesefreude und ein immer größer werdendes Verstehen ein. Spätestens ab Band 4 kommt Lesebegeisterung auf und wenn die ganze Reihe geschafft ist, stehen die SchülerInnen, die sich dieser Aufgabe gestellt haben vor mir und sagen: „Frau Nolte, ich glaube, jetzt kann ich Deutsch!“


Ein Bericht von Konstanze Nolte
Leiterin der KÖB St. Elisabeth in Bonn
Koordinatorin der Bonner Flüchtlingshilfe im Bonner Süden

Januar 2021

 

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