15. Dezember


Die Geschichte der Kunst

Die englische Kunstkritikerin beginnt ihre Kunstgeschichte (im englischen Original bescheidener „a little History of Art“ betitelt) in der Frühsteinzeit und lässt sie bei jüngsten Phänomenen wie NFTs (digitale Kunstwerke) enden. Dazwischen Die Geschichte der Kunst liegen alle Epochen und die wichtigsten Anregungen aus Orient und Ostasien, die die bildende Kunst im Abendland prägen. Neben den Tafelbildern sind Skulptur und Grafik in Mullins Betrachtung einbezogen. Auszeichnen tut sich das lobenswerte Werk vor allem durch seinen leichten, beobachtenden Erzählton, der die Leser:innen auf die Reise durch die Kunstgeschichte mitnimmt. Auf den knapp 450 Textseiten (ergänzt durch ein Personenregister) breitet die Autorin Werkbetrachtungen, biografische Details und Entwicklungen des Kunstmarkts und der Rezeption zu einem wunderbaren, farbigen Panorama aus. Beispielsweise gehört das Kapitel „Das Theater des Lebens“ zu den schönsten und kundigsten, gut verständlichen Darstellungen von Caravaggio. Und die spielerische Benennung der Kapitel zeugt von jener Freude am lockeren und doch sachlich präzisen Umgang mit der Vielfalt der kunsthistorischen Phänomene. Die Abbildungen sind gute Beispiele zum Text und lenken nicht vom sprachlichen Gehalt ab. Dieser aber wie auch die fachlich untadelige Darstellung empfehlen das Buch für alle Bestände.

Helmut Krebs

Helmut Krebs

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Geschichte der Kunst

Die Geschichte der Kunst

neu erzählt von Charlotte Mullins ; mit Illustrationen von Mat Pringle ; aus dem Englischen von Bernhard Jendricke und [zwei weiteren]
C.H.Beck (2023)

464 Seiten : zahlreiche Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.

MedienNr.: 616265
ISBN 978-3-406-80622-3
9783406806223
ca. 38,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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