Literaturveranstaltung Generationenroman

Literaturtagung ›Generationenromane: Spurenlesen im Familiengedächtnis‹

Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg vom 29.-31. März 2019

Die Tagung begleitet Romanfiguren bei der Aufklärung ihrer Familiengeschichte und untersucht Formen familialer Erinnerungskultur. Die Befragung der eigenen Herkunft gleicht einer archäologischen Unternehmung, muss doch die eigene Genealogie Schicht für Schicht freigelegt werden, um die familiären Beziehungen und Zusammenhänge, die das eigene Leben oft unbemerkt bestimmen, zu erkennen. Wie formiert sich ein Familiengedächtnis? Welche Gedächtnisstützen tragen zu seiner Entstehung bei? Die Familie ist zunächst Ort einer berichteten Vergangenheit, wobei die Familienerzählungen jedoch dem Verdacht der Verklärung und Verzerrung anheimfallen können. Neben den Erzählungen sind es die ererbten Gegenstände, Bruchstücke, die Hieroglyphen ähneln, aus denen mühsam eine gelebte Vergangenheit zu rekonstruieren ist. Dann sind es vor allem Briefe, Tagebücher, Dokumente, Tonbandaufzeichnungen, Fotoalben oder Filme oder gar Kochrezepte die als Erinnerungsmedien an der Konstitution von Familiengedächtnissen (auch in Romanen) mitarbeiten. Oft ist die Familie auch Ort einer beharrlich beschwiegenen Vergangenheit, die detektivisch aufgeklärt werden muss. Es sind die verborgenen und verdrängten Spuren der (Familien-)Geschichte, die in Generationenromanen zum Anlass intensiver Nachforschung werden, um sich des eigenen Herkommens zu versichern. Dabei zeigt sich, dass Vergangenheitsbewältigung häufig durch Verständigungsbarrieren zwischen den Generationen zu unterschiedlichen Familiengeschichten führt.

 

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Die Genese von Familiengedächtnissen soll anhand dreier Romane diskutiert werden, die von den Teilnehmer*innen vorbereitend zu lesen sind. Neben dem Familiengeheimnis in Maxim Billers ›Sechs Koffer‹ reiht sich Christian Berkels ›Der Apfelbaum‹ als weiterer Roman ein. Dieser Lektürekurs ersetzt den in diesem Jahr nicht stattfindenden Fernkurs ›Literatur‹ unserer Wiener Kooperationspartner, der erst 2020 fortgesetzt wird.

Anmeldeschluss für die Tagung ist der 20. Dezember 2018. Zur Anmeldekarte >>

Die Tagung kostet 245,00 € inklusive Übernachtungen (Unterbringung in Einzelzimmern) und Vollpension im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg.

Als Lektüreeinstieg folgen Sie bitte Maxim Biller auf seiner Spurensuche in einem ersten Familiengedächtnis: sein Roman heißt »Sechs Koffer« und ist 2018 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch. Im Anschluss erschließen wir uns die Familiengeschichte des Schauspielers Christian Berkel, in dessen Roman »Der Apfelbaum« (Ullstein-Verlag, 2018) der Erzähler eine Quelle befragt, die ihm oft  ›unzuverlässig‹ zu sein scheint. Als dritten Roman lesen wir Gila Lustiger »So sind wir« (Berlin Verlag, 2005).

 

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Die Titelauswahl für die Tagung (Auszug)

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