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Erhalt der Lesehelden!

LeseHelden aus Freiberg

Krabbeltiere, Scherenschnitt, Emil und die Detektive - Keine Langeweile in Freiberg

Ein Bericht der Stadtbibliothek Freiberg

 

Im Sommer 2021 fand das Projekt "Wir sind LeseHelden" zum ersten Mal in Freiberg statt.
Alle waren aufgeregt und freuten sich auf die gemeinsame Zeit.

 

 

1. Woche: Die Kinder wurden mit dem Projekt „Lesehelden“ bekannt gemacht, bekamen den Rucksack und den Leseheldenausweis. Die Geschichte “Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy“ von Eoin Colfer wurde vorgelesen. Danach war Zeit zum Stöbern und Lesen in der Kinderbibliothek. Wer schon einen eigenen Leseausweis hatte, konnte Bücher, CDs und andere Medien ausleihen.

 

Projektbüro

Elisa Trinks, Projektreferentin
Tel. 0228/7258-410
trinks@borromaeusverein.de

Verena Kaster, Projektassistenz
Tel. 0228/7258-416
kaster@borromaeusverein.de

 

2. Woche: Das Wochenthema, mit dem sich die Kinder im Hort beschäftigten, waren Krabbeltiere. Deshalb las Frau Löwe diesmal Sachtexte: Kuriose Fakten über Käfer aus dem Buch „Entdecke die Käfer“ von Frank Rossow aus der „Reihe mit der Eule“. Die Texte boten viel Stoff zum Staunen und Gesprächen mit den Kindern. Passend zum Thema bastelten wir mit den Kindern einen Origami-Hirschkäfer, der ihnen einiges an Geduld und Geschick abverlangte, aber jedes Kind meisterte diese Herausforderung und alle konnten stolz auf das Ergebnis sein. Danach war wieder Stöber-, Lese- und Ausleihzeit.
 

3. Woche: Die Kinder bekamen die witzige Geschichte von Diane Fox „Die Katze, der Hund, die explodierenden Eier, der Wolf und Omas Kleiderschrank“ als Bilderbuchkino (Bilder über den Beamer, die Texte zu zweit vorgetragen) zu sehen und zu hören. In der Kinderbibliothek gibt es in jedem Jahr ein Ferienrätsel für alle Leser. In diesem Sommer führte es die Kinder durch die ganze Bibliothek (auch in die Jugend- und Erwachsenenabteilung). Wir schickten also unsere Lesehelden mit Klemmbrettern, Stiften und Bilderrätselbogen los, um alle auf Fotos zu erkennenden Details zu finden. Das machte ihnen Spaß und machte sie mit allen Bereichen der Bibliothek bekannt. Lesen, Stöbern und Ausleihen beendeten wieder den Leseheldentag.

4. Woche: Mit dem Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienst e.V. sollten die Lesehelden die Welt des Scherenschnitts entdecken. Frau Gottschalk erzählte über Lotte Reiniger, die Scherenschneiderin, die schon in den 1920er Jahren Animationsfilme mit ihren Scherenschnitten schuf. Nachdem sie das Scherenschnittmärchen „Aschenbrödel“ angesehen hatten, konnten die Kinder sich selber in der Schneidekunst versuchen. Dazu bekam jedes Kind einen Bogen Scherenschnittpapier, einen Stift und eine spitze Schere. Frau Gottschalk, die Horterzieherinnen und wir von der Kinderbibliothek halfen mit Tipps und Anregungen. Es entstanden sehr schöne Arbeiten, die später in den Horträumen ausgestellt wurden.
Das Märchen „Die drei Wünsche“ (ebenfalls ein Werk von Lotte Reiniger) bildete den Abschluss unserer Filmveranstaltung. Ohne das geliebte Stöbern, Lesen und Ausleihen wollten die Kinder nicht aus der Bibliothek gehen, auch wenn diesmal nicht viel Zeit blieb.
 

5. Woche: Der Unterschied zwischen Buchhandlung und Bibliothek sollte den Kindern mit einem Besuch in einer kleinen, inhabergeführten Buchhandlung in Freiberg, mit der die Bibliothek viel zusammenarbeitet, nahe gebracht werden. Frau Wenige, die Inhaberin, erzählte über den Beruf Buchhändler, die Aufgaben einer Buchhandlung und darüber, wie und wo Bücher hergestellt werden. Die Kinder bekamen einen echten Druckbogen für ein Bilderbuch zu sehen und konnten sich natürlich die Buchhandlung genau ansehen und ein wenig stöbern. Da der „Taschenbuchladen“ nur einen kleinen Raum hat, hatten wir die Gruppe geteilt und eine Gruppe konnte in der Kinderbibliothek lesen und ausleihen, währen die andere im Taschenbuchladen war. Dann wurde gewechselt. In der Bibliothek bastelten die Kinder nach dem Prinzip des Druckbogens ein eigenes kleines Buch und konnten damit auch den Unterschied zwischen Heft und gebundenem Buch verstehen.

6. Woche: In der letzten Woche des Projekts drehte sich alles um „Emil und die Detektive“. Aber nicht die Handlung allein stand im Vordergrund, sondern die künstlerischen Mittel in Buch und Film, mit denen die Szene dargestellt wird, in der Emil mit Grundeis, dem Dieb, allein im Zugabteil sitzt. Als erstes las Frau Löwe aus dem Buch von Erich Kästner. Dann sahen sich die Kinder diese Szene aus drei verschiedenen Filmen an: von 1931, von 1954 und von 2001. Auf einem Zeitstrahl konnten unsere Lesehelden zuordnen, wann das Buch geschrieben wurde und wann die Verfilmungen in die Kinos kamen. Frau Gottschalk ließ sie Unterschiede der Darstellungen in den Filmen finden. Da dies der Abschluss unseres diesjährigen Leseheldenprojektes war, bekamen die Kinder zum Abschluss, je nach Anzahl ihrer Teilnahme, Urkunden und Preise.

Feedback vom Hort:
Die Hortkinder waren begeistert von den verschiedenen Ideen und Methoden ein Buch kennenzulernen. Der Lesehelden-Pass schafft zusätzlichen Anreiz die Bibliothek zu besuchen. Die Teilnehmer konnten neben den Buchlesungen stets in der Bibliothek selbst Bücher ausleihen. Sie haben es genossen, dass vorgelesen wurde und haben auf verschiedene Weise viele neue Informationen rund um das Buch (u.a. beim Besuch des Buchladens) bekommen.

Frau Löwes abschließende Gedanken:
Das Projekt werden wir auf alle Fälle wiederholen. Wir haben ja schon mit Kindergärten die Erfahrung gemacht, dass wiederholte Besuche der Bibliothek bei den Kindern eine Vertrautheit mit den Medien und Mitarbeiterinnen der Bibliothek entstehen lässt, die es für viele doch möglich macht, den Bibliotheksbesuch und das Lesen zu einer schönen Gewohnheit werden zu lassen - es werden Schwellen abgebaut. So können Kinder, deren Eltern noch nicht auf die Idee kamen, sie anzumelden, doch ihre Eltern davon überzeugen, eine Anmeldung zu ermöglichen.
Mit Kindern der 3. und 4. Klasse konnten wir auch Ungewohntes sowie etwas Schwierigeres in die Veranstaltungen einbauen. In der Buchhandlung kam es z.B. sogar zu einem Gespräch über Dienste wie Amazon und lokales Einkaufen und wie die Bibliothek und Spielplätze damit zusammenhängen.
Diese Wochen waren für alle Teilnehmer, Kinder wie Erwachsene, eine große Bereicherung.


Ein Erfahrungsbericht mit Bildern von Beate Löwe aus der Stadtbibliothek Freiberg