Sal

Sal hat sich mittels unzähliger youtube-Videos auf das autarke Überleben in der Wildnis vorbereitet und verlässt unbemerkt mit ihrer kleinen Schwester Peppa ihr Zuhause. Vom Freund der drogenabhängigen Mutter missbraucht, rächt Sal sich Sal vor ihrem Aufbruch unerbittlich am Verbrecher, nachdem sie es wochenlang geschafft hat, die kleine Schwester vor dem gleichen Trauma zu bewahren, und ergreift daraufhin die Flucht in die abgelegene Natur, wo sie es tatsächlich schafft zu überleben. Die Geschwister können unbemerkt bleiben, bis sie Ingrid begegnen, der Hexe, einer ehemaligen Ärztin, die, ebenfalls gezeichnet und verwundet von der Gesellschaft, der Welt den Rücken kehrte. - Der Autor nimmt sich Zeit für die Biografien seiner Figuren und deren Lebenswelt. Fast schon berichthaft nimmt der Leser teil am Geschehen und kann sich dem Fortgang kaum entziehen - nicht etwa, da es der Spannungsbogen fordert, sondern weil im Buch eine Welt entsteht, die einem als die wirkliche erscheint, von der sich der moderne Mensch schon lange entfernt hat. - Der Roman erzählt die Geschichte von Menschen, die gescheitert sind, ins Scheitern getrieben werden, sich jedoch nicht aufgeben, sondern im puren Überleben neuen Sinn suchen und existenziell gefordert sind. Mick Kitson formuliert teils erschreckend ungeschminkt, klar und wortgewaltig. Der naturalistische Blick auf den Menschen wird so zur schnörkellosen Kunst, die ungewohnt und daher umso eindrücklicher ist. Besonders und empfehlenswert.

Christine Vornehm

Christine Vornehm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Sal

Sal

Mick Kitson ; aus dem Englischen von Maria Hummitzsch
Kiepenheuer & Witsch (2019)

348 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 598783
ISBN 978-3-462-05140-7
9783462051407
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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