Die vier Ohnmachten des Chaim Birkner

Chaim Birkner ist mit 108 Jahren der älteste Bürger Israels. Er schaut auf ein langes Leben und auf die komplexe Geschichte seines Landes zurück. Als 14-Jähriger wird er von seinen Eltern aus dem besetzten Budapest auf ein Schiff Die vier Ohnmachten des Chaim Birkner nach Israel gesetzt. An Bord lernt er eine neue Mutterfigur kennen, die blinde Miriam, mit der er auch im Kibbuz zusammenbleibt. Später trifft er Jael, die er kurz nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Scharon wieder verliert. In Tel Aviv versucht er, sich unter einem neuen Namen ein neues Leben aufzubauen - und entgeht so der Einberufung zum Kriegsdienst. Als seine Tochter mit ihm Kontakt aufnimmt, weil sie einen religiösen Juden heiraten will, beginnt er, seinen Wurzeln nachzuspüren. - Der erfolgreiche Dirigent Omer Meir Wellber debütiert mit einem herzzerreißenden Schelmenroman, der um vier Generationen einer zerrissenen Familie kreist. Mit jüdischem Humor und Tempo verhandelt sein Protagonist die Traumata der Holocaust-Überlebenden. Er ist dabei sprunghaft und assoziativ. Da muss man aufpassen, nichts zu überlesen. Besonders in der ersten Hälfte verschwimmen oft die Zeitebenen, woran man sich erst gewöhnen muss. - Für aufmerksame Leser ein großartiger Israel-Roman, der einen neuen Blick auf das Land ermöglicht.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Die vier Ohnmachten des Chaim Birkner

Die vier Ohnmachten des Chaim Birkner

Omer Meir Wellber ; aus dem Hebräischen von Ruth Achlama
Berlin Verlag (2019)

203 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 599787
ISBN 978-3-8270-1406-1
9783827014061
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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