Allgemeine Literatur

Ein Ehebruch

Zwei Liebende, die verheiratet sind, aber nicht miteinander, verbringen ein Liebeswochenende auf einer Mittelmeerinsel. Sie kennen sich erst seit Kurzem. Der Wochenendtrip ist nur möglich, weil sie ihren Ehepartnern ein paar Lügengeschichten Ein Ehebruch aufgetischt haben. Die Lust der beiden Protagonisten aufeinander ist so groß, dass sie schon übereinander herfallen, als ihr Hotelzimmer noch nicht fertig ist - im Wasser, während sie sich an einem gemieteten Motorboot festklammern. Und so geht es die nächsten 123 Seiten mehr oder weniger weiter: mit viel Sex. Doch sie bleiben sich fremd, ihr Sex ist eher ein Kampf, dennoch fürchten beide, "ihre Beziehung könnte sich weiterentwickeln". Sie fragen sich: "Lügen, betrügen, täuschen, am Leben nicht genug haben, wieso?" Denn ansonsten führen beide eine gute Ehe, Erri mit zwei Töchtern, Clementina mit einem Baby. Clementina hat schon immer "eine brennende Sehnsucht, sich zu verlieren" gespürt, eine gute Ehe ist ihr nicht genug, ihren Mann zu betrügen ist leicht für sie. Auch ein kräftiger Schuss Kitsch zeichnet das Buch aus. Der Autor hat eine Ehebruchgeschichte mit viel Gefühlspathos und vielen Klischees geschrieben und streift nur oberflächlich seine Figuren, die fremd bleiben. Über ihr Vorleben, die bürgerlichen Strukturen, in die sie eingebunden sind, erfährt der Leser so gut wie nichts. Ein Titel, auf den Büchereien verzichten können.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein Ehebruch

Ein Ehebruch

Edoardo Albinati ; aus dem Italienischen von Verena Koskull
Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH (2019)

122 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 927595
ISBN 978-3-8270-1407-8
9783827014078
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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