Historisches

Die Mühlen des Herrn

Im Jahr 1877 schickt das römische Finanzministerium den Mühleninspektor Giovanni Bovara nach Montelusa, um die Steuereinnahmen zu kontrollieren. Seine beiden Vorgänger wurden umgebracht, aber er macht sich unverdrossen ans Werk. Die Mühlen des Herrn Nachdem er ein kleines Häuschen in der Nähe von Vigata bezogen hat, informiert er sich in der Dienststelle über die Einzelheiten der Abläufe. Ein Helfer erklärt ihm, es sei so üblich, dass nur die Unterinspektoren übers Land ziehen und die Mühlen kontrollieren. Bovara will das aber immer wieder selbst machen, und stößt dabei sofort auf Widerstände. Stört er doch damit die eingefahrenen Abläufe, bei denen die Einnahmen durch diverse Hände wandern und immer weniger werden... - Der Autor hat sich durch einen Fall aus dem sizilianischen Barrafranca in den 1870er Jahren inspirieren lassen, als man dem neuen Mühleninspektor den Mord an dem verhassten Pfarrer anhängen wollte. Die Methoden der sizilianischen Mafia werden in dem in Italien bereits 1999 erschienenen Buch beschrieben und offengelegt. Der Autor selbst hat die burleske, pikante, possenhafte Geschichte als eine sizilianische Farce bezeichnet. Das Ganze ist einerseits vergnüglich zu Lesen, andererseits ist die Erkenntnis erschreckend, dass die Methoden immer noch nicht viel anders sein dürften. Das intelligente, packende und auch komisch-tragische Buch verdient viele Leser und ist bestens einsetzbar.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Mühlen des Herrn

Die Mühlen des Herrn

Andrea Camilleri ; aus dem Italienischen von Moshe Kahn
Klaus Wagenbach Verlag (2020)

234 Seiten
kt.

MedienNr.: 947692
ISBN 978-3-8031-2822-5
9783803128225
ca. 14,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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