Historisches

Judith und Hamnet

England ab 1580. Agnes, schlecht behandelte Stieftochter einer Bauernwitwe, verliebt sich in ihren Lateinlehrer. Bevor man ihnen die Ehe verbieten kann, zeugen sie ein Wunschkind. Die eigensinnige, hellsichtige Agnes kümmert sich, Judith und Hamnet zunächst im Haus der Schwiegereltern, liebevoll um ihre Kinder, ihren Garten und ihre Bienen. Darüber hinaus besitzt sie heilende Fähigkeiten. Ihr Mann leidet jedoch unter seinem brutalen Vater und gilt als Nichtsnutz. Agnes ermutigt ihn, nach London zu gehen, wo er zu sich selbst findet und Karriere am Theater macht. Sie selbst kann ihm auf Grund der instabilen Gesundheit ihrer Tochter Susanna nie mit der Familie folgen. Als ihre Tochter Judith an der Pest erkrankt, setzt sie all ihr Können ein, um sie zu heilen. Allerdings ist sie machtlos, als deren Zwillingsbruder Hamnet ebenfalls erkrankt. An seinem Tod zerbricht sie beinahe. Jahre später verarbeitet ihr Mann seine Trauer in einem seiner berühmtesten Stücke. - Im ersten Teil des Romans wird in zwei Zeitebenen die Erkrankung der Zwillinge sowie das vorherige Leben von Agnes und ihrem nie namentlich genannten Ehemann beschrieben. Der zweite Teil erzählt von den Geschehnissen nach Hamnets Tod. Die Autorin, die den Women’s Prize for Fiction gewann, hält sich nah an die wenigen bekannten Fakten über Shakespeares Familie. Überwiegend aus Agnes Perspektive wird eine eindringliche, fesselnde, sehr berührende Geschichte erzählt. - Sehr gerne empfohlen.

Nicole Lorrig

Nicole Lorrig

rezensiert für den Borromäusverein.

Judith und Hamnet

Judith und Hamnet

Maggie O'Farrell ; aus dem Englischen von Anne-Kristin Mittag
Piper (2020)

415 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 958354
ISBN 978-3-492-07036-2
9783492070362
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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