Ein reizender Job für eine Frau

P.D. James (1920-2014) ist schon eine Legende. Ihre Bücher haben über die Jahre nichts an Spannung und Charme verloren. Meisterlich die Dialoge ihrer Protagonisten, köstlich ihr britischer Humor und ihre Fähigkeit, auch Auseinandersetzungen Ein reizender Job für eine Frau in Familie und Gesellschaft so zu beschreiben, dass man meint, im bloßen Wort auch ihren Zeigefinger zu erkennen, mit dem sie auf Fehlverhalten ihrer lieben Mitmenschen aufmerksam machen will. Immer wieder gelingt es ihr, spannungsreiche Gegenüberstellungen zu arrangieren, die entweder verblüffen oder einen neuen Höhepunkt in der Geschichte erzeugen. Es ist eine unerfahrene junge Frau, die da am Ende dem Superintendenten von Scotland Yard gegenübersteht und ihm kritisch und selbstkritisch ihre Meinung ins Gesicht sagt. Die Reaktion des Berufskriminalisten bei Scotland Yard, wenn es um Begriffe wie Recht und Gerechtigkeit geht, müssen Sie einfach lesen! Solch klare und wahre Definitionen machen den Reiz eines Krimis aus und lohnen die Lektüre. Nicht zuletzt sind es aber auch die vielen Fahrten und Spaziergänge im liebenswürdigen Cambridge, das in seiner historischen Einmaligkeit so beschrieben wird, als würde man selbst in den Alleen wandeln, in einem der Cafés feiern oder mit dem Boot auf der Cam stochern. Ein alter Krimi, aber immer noch gut für Leser/innen aller Altersschichten. (Übers.: Wolfdietrich Müller)

Armin Jetter

Armin Jetter

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein reizender Job für eine Frau

Ein reizender Job für eine Frau

P.D. James
Atrium-Verl. (2019)

331 S.
fest geb.

MedienNr.: 597840
ISBN 978-3-85535-035-3
9783855350353
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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