Spannung

Mord ist eine harte Lehre

Schweflig gelber und stinkender Nebel durchzieht den ganzen Roman, zumindest soweit er im London des frühen Eisenbahnzeitalters spielt. Was Wunder, dass Ermittler Ben Ross jedes Mal erfreut ist, wenn er zu Recherchen zum Fall der Mord ist eine harte Lehre unbekannten ermordeten Frau aufs Land reisen darf. Die Stiefel der Toten führen ihn nach Salisbury, dem Herkunftsort der jungen Frau. Eine weitere Reise führt ihn ins ländliche Yorkshire, um mit einem potenziellen Täter Kontakt aufzunehmen. Entscheidende Hinweise geben aber die Skizzenbücher einer jungen Frau. Von ihr glaubt eine Nachbarin, sie könne die Tote sein. Es stellt sich aber heraus, dass sie taub ist und der englischen Sprache nicht mächtig, weshalb sie ihr Wohnhaus nicht verlässt, aber alle Beobachtungen vom Fenster aus als detaillierte Zeichnungen festhält. - Die Autorin greift das Londonbild auf, wie es sich gerade durch Krimis in unserem Bewusstsein festgesetzt hat. Dazu gehört auch das Widerspiegeln von Spracheigentümlichkeiten des 19. Jh. und vor allem der strengen Trennung der gesellschaftlichen Schichten. Zwangsläufig müssen die Leute vom Yard auf die technischen Mittel heutiger Ermittler verzichten, auch wenn die Autorin andeutet, dass sich hier Entwicklungen anbahnen. Eine schöne Figur hierfür ist der Gerichtsmediziner, der über den Nachweis menschlichen Blutes eigene Forschungen anstellt. Für Leser, die deduktive Ermittlungen und die Atmosphäre der ersten Krimigenerationen schätzen.

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Mord ist eine harte Lehre

Mord ist eine harte Lehre

Ann Granger ; Übersetzung aus dem Englischen von Axel Merz
Lübbe (2019)

364 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 599945
ISBN 978-3-7857-2656-3
9783785726563
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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