Am Ende sterben wir sowieso

5. September 2017, seit sieben Jahren gibt es die Todesboten. Menschen, die anderen Menschen per Telefon mitteilten, dass sie in den nächsten 24 Stunden sterben werden. Irrtum ausgeschlossen. Als der achtzehnjährige Mateo Torrez Am Ende sterben wir sowieso den Anruf erhält, befürchtet er, dass in seinem Nachruf zu lesen ist: "Er starb wie er lebte, in seinem Zimmer". Ohne gelebt zu haben. Um in seinen letzten Stunden endlich der zu werden, der er ist, braucht er Unterstützung. Wie gut, dass die Todesindustrie in vollem Gange ist. Trauerfeiern, bei denen der noch Lebende Abschied nehmen kann, Restaurants, die Vergünstigungen für Todgeweihte bieten oder eben auch die App "Letzte Freunde". Hier meldet sich auf Mateos Suchanfrage Rufus Emeterio, 17 Jahre alt und ebenfalls wissend: am Ende dieses Tages werde ich nicht mehr leben. Adam Silveras Buch ist ein Aufruf, sich dem Leben jetzt zu stellen. In Anbetracht des nahen Todes gelten Sonderregeln - Wünsche, Ziele, Bedeutsamkeiten erhalten eine andere Gewichtung. Was zählt am Ende? Habe ich gelebt? Auch wenn der Tod in vielen Handlungssträngen präsent ist, geht es vor allen Dingen um das Leben. Manches klingt sehr amerikanisch, sehr "instamoment", Freundschaft und Liebe zueinander scheinen für Mateo und Rufus unaufhaltbar- fast zu schön, um wahr zu sein. Trotzdem empfehlenswert. (Übers.: Katharina Diestelmeier)

Herbert Ossowski

Herbert Ossowski

rezensiert für den Borromäusverein.

Am Ende sterben wir sowieso

Am Ende sterben wir sowieso

Adam Silvera
Arctis (2018)

364 S.
fest geb.

MedienNr.: 595185
ISBN 978-3-03-880019-4
9783038800194
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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