Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen

Simon hat vor einem halben Jahr im Zug Paulus kennen gelernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Nun ist er in dessen Studienort, um ihn zu suchen. Antonias Bruder ist verschwunden. Drogen und eine schwere Psychose ließen ihn Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen aussteigen. In der Familie wird darüber geschwiegen und doch ist er allgegenwärtig. Und ihren Freund Enno stößt sie immer im entscheidenden Moment zurück. Die zufällige Begegnung auf einer Parkbank bringt beiden eine unverbindliche Nähe, in der sie sich aber öffnen können. So bekommen sie einen unverstellten Blick von außen und für vieles gibt es eine unerwartete Lösung. - Rund 70 Seiten muss eine Leserin durchhalten, bis die beiden parallelen Erzählstränge sich soweit genähert haben, dass sie einen Sinn ergeben. Konsequent wechseln sich die beiden Figuren in mehr oder weniger kurzen Kapiteln mit ihrer Sicht ab. Wie scharfkantige Splitter brechen sich hier Gefühle, Verwicklungen, Ängste und Freuden zweier junger Menschen. Sie sind auf der Suche nach der eigenen Identität und müssen sich von inneren wie äußeren Hypotheken befreien, oder sie ertragen. - Für Leserinnen, die die anfängliche "Durststrecke" ertragen, ist es aber ein stimmiger und gut gelöster Coming-of-Age-Roman.

Astrid Frey

Astrid Frey

rezensiert für den Borromäusverein.

Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen

Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen

Elisabeth Steinkellner
Beltz & Gelberg (2018)

236 S.
kt.

MedienNr.: 595393
ISBN 978-3-407-75436-3
9783407754363
ca. 13,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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