Keine halben Sachen

"Alles war nur fast. Beinahe gechillt, beinahe krass, beinah echt." Für den Jugendlichen Robin ist alles nur beinahe - nie richtig cool oder absolut gut drauf. Er sucht den Kick und als er sich mit Leo, dem neuen Mitschüler, Keine halben Sachen anfreundet, ändert sich seine Gefühlslage zusehends und er fühlt sich stark und unbesiegbar. "Ich war gekickt. Auf Speed kannte ich keine Unsicherheit. Im Gegenteil. Ich war der Star." Alles erscheint zusammen mit Leo und den Drogen einfach, auch der Umgang mit dem angebeteten Mädchen. Aber Robin rutscht immer weiter ab: Schule schwänzen, Diebstahl und immer härtere Drogen. Auch seine Mutter kann ihn nicht mehr erreichen, bis er nach einem totalen Zusammenbruch im Krankenhaus endet. Ganz langsam findet Robin wieder in den Alltag zurück. Und es ist Anna, die ihm zur Seite steht, nicht die angebetete Karla. Und wo ist eigentlich Leo geblieben nach dem Drogendesaster beim Rockkonzert im Wald? - Ausgezeichnet mit dem Peter-Härtling-Preis 2019, verdient diese Geschichte um einen Jungen mit einer psychischen Störung große Beachtung. Mit Ironie und Reflexion authentisch aus Robins Perspektive erzählt, erfährt der Leser überzeugend um die Nöte eines besonderen Jungen. Ein "Problembuch" ohne erhobenen Zeigefinger und sprachlich nah dran am jugendlichen Leser. Breit einstellbar.

Karin Steinfeld-Bartelt

Karin Steinfeld-Bartelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Keine halben Sachen

Keine halben Sachen

Antje Herden
Beltz & Gelberg (2019)

135 S.
kt.

MedienNr.: 597656
ISBN 978-3-407-81248-3
9783407812483
ca. 12,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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