Wo alles beginnt

Die siebzehnjährige Alice lebt mit ihrer Mutter ein Leben auf der Flucht. Verbleiben sie länger an einem Ort, holt das Unheil sie ein. Als ihre Großmutter, eine berühmte Märchenerzählerin, stirbt, scheinen Mutter und Tochter Wo alles beginnt endlich zur Ruhe zu kommen. Doch eines Tages verschwindet auch ihre Mutter und Alice macht sich auf den Weg zum mysteriösen Anwesen Hazel Wood und ins Hinterland, wo alle düsteren Märchen ihren Anfang haben. Doch das Hinterland entpuppt sich als albtraumartiger Ort, dessen Märchen und Figuren jeglicher Moral entbehren. Kein Wunder, entstammen sie doch der Fantasie einer Geschichtenweberin, deren einzige Absicht Grausamkeit und Unterhaltung sind. Und Alice scheint ein wichtiger Teil dieser dunklen Welt zu sein. Doch Hinterwaldfan Finch, dem Grimms Märchen nicht mehr grausam genug waren, hilft Alice bei der Befreiung aus diesem Albtraum. - Glücklicherweise wird die Gefühlswelt des jugendlichen Lesers durch die brutalen und moralfreien Szenen aufgrund der knappen Erklärungen und distanzierten Erzählweise nur leicht tangiert. Die Märchenwelt und die Charaktere sind nicht so recht greifbar und schöpfen ihr Potenzial leider nicht ganz aus. Dahingegen bleiben die Frage, ob man sein Schicksal verändern kann sowie die bedingungslose Liebe Alices zu ihrer Mutter in positiver Erinnerung. - Ein Roman, der polarisiert und sicher auf Nachfrage stoßen wird. Empfehlenswert für viele Bestände. (Übers.: Fabienne Pfeiffer)

Bettina Palm

Bettina Palm

rezensiert für den Borromäusverein.

Wo alles beginnt

Wo alles beginnt

Melissa Albert
Dressler (2018)

Hazel Wood ; 1
351 S.
fest geb.

MedienNr.: 595717
ISBN 978-3-7915-0085-0
9783791500850
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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