Skim

"Sechzehn zu sein ist das absolut Schlimmste, was ich bisher erlebt habe" (S.103) - mit dem Satz fasst die Ich-Erzählerin ihre aktuelle Gemütslage zusammen. Sie und ihre Freundin Lisa arbeiten wenig erfolgreich daran, Hexen Skim zu werden. Ihre Klassenkameradinnen finden sie meistens blöd und der Selbstmord eines Schülers berührt sie eher wenig, bringt aber ihre Schule in Aufruhr. In all den emotionalen Stürmen trifft sich Skim heimlich mit ihrer Englisch-Lehrerin. Schon bald verlässt diese die Schule, vermutlich auf der Flucht vor einer möglicherweise sich anbahnenden erotischen Beziehung. Skims Gefühlschaos wird dadurch noch einmal verstärkt. Sie bleibt Außenseiterin, verliert ihre beste Freundin und findet am Ende eine neue. Die Geschichte führt durch die emotionalen Tiefen der Pubertät, nicht nur Skims, mit hoffnungsvollem Ende. Pubertät bedeutet Wandel, wie die Geschichte der Protagonisten zeigt. Den sollte man annehmen. In den Gesichtern spiegeln sich viele Emotionen, sehr bemüht von den Künstlern gezeichnet - m.E. nicht immer ganz gelungen. Interessant ist diese Graphic Novel vor allem für Jugendliche in ähnlichem Alter wie Skim; denn mit dem Chaos neuer Gefühle, sexueller Orientierung, Außenseitertum und gefühlter Ablehnung durch den Rest der Welt sind sie offensichtlich nicht alleine. Und die Lösung, die angeboten wird, ist durchaus hilfreich: sich fokussieren auf den Gewinn von Neuem, statt auf den Verlust von Vergangenem.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Skim

Skim

Mariko Tamaki & Jillian Tamaki
Reprodukt (2019)

141 S. : überw. Ill.
kt.

MedienNr.: 597850
ISBN 978-3-95640-180-0
9783956401800
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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