Das Haus der Verlassenen

England Mitte der 1950er Jahre: Ivy ist selbst mehr Kind als Frau, als sie ungewollt schwanger wird. Zu dieser Zeit ein Unding. Doch Arzt und Pfarrer wissen Rat: Ivy kann im Mutter-Kind-Heim St. Margaret's ihr Kind bekommen. Das ist Das Haus der Verlassenen natürlich nicht umsonst. Sie muss ihre "Schuld" im Heim abarbeiten. Und dieses Heim setzt nicht auf Fürsorge und Hilfe, sondern auf physische wie psychische Gewalt und Erniedrigung. Sechzig Jahre später findet die Journalistin Sam in der Wohnung ihrer Großmutter einen Brief, den Ivy damals geschrieben hat. St. Margaret's ist längst geräumt, das Gebäude soll abgerissen werden, die meisten der damals Verantwortlichen sind schon lange tot. Als die Moderatorin Kitty, überaus erfolgreich mit ihrer eigenen Talkshow, in Ruhestand geht, stellt sie sich ihrer dunklen Geschichte. - Emily Gunnis erzählt die Geschichte eines Heims, das beispielhaft für die vielen skandalumwitterten Einrichtungen steht und uns in eine Zeit mitnimmt, als ledige Mütter allerhand Repressionen fürchten mussten. Letztlich muss auch Sam erkennen, dass sie hier nicht nur eine Geschichte schreibt, sondern die Geschichte und Geheimnisse des Heims auch Teil ihrer eigenen Familie sind. Die Lesung mit Britta Steffenhagen verwebt die Geschichte der drei Frauen mit der Zeitgeschichte vergangener Jahrzehnte. Sehr zu empfehlen.

Felix Stenert

Felix Stenert

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Haus der Verlassenen

Das Haus der Verlassenen

Emily Gunnis. Gelesen von Britta Steffenhagen
Random House Audio (2019)

2 mp3-CD (ca. 503 Min.)
mp3-CD

MedienNr.: 596319
ISBN 978-3-8371-4552-6
9783837145526
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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