Der Schmerz der Gewöhnung

Immer wieder kommt Zoderer in seinen Romanen auf die spannungsgeladene Koexistenz der deutschsprachigen und der italienischen Kultur in Südtirol zurück. In diesem Buch erzählt er in vielen Rückblenden die Geschichte des deutschsprachigen Der Schmerz der Gewöhnung Journalisten Jul, seiner italienischen Frau Mara und der Tochter Natalie. Eingerahmt wird dieser langsam ausgebreitete Rückblick auf die Geschichte der Hauptpersonen und ihrer Herkunftsfamilien von vielen zeitgeschichtlichen Exkursen, v.a. aber von der großen Tragik, durch einen Badeunfall die einzige Tochter verloren zu haben. Zoderer schreibt mit großer Sensibilität, Ehrlichkeit und selbstkritischer Radikalität aus dem Blickwinkel einer Generation, die glaubte, mit den faschistischen Verstrickungen der Väter abgerechnet zu haben, aber immer wieder von dieser Geschichte eingeholt wird. - Aufgeschlossene Leser sollten sich die Zeit für die nicht immer leichte Lektüre dieses Romans nehmen.

Carl Wilhelm Macke

Carl Wilhelm Macke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Schmerz der Gewöhnung

Der Schmerz der Gewöhnung

Joseph Zoderer
Hanser (2002)

289 S.
fest geb.

MedienNr.: 163824
ISBN 3-446-20137-8
3446201378
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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