Der Gesang des Pinguins

Als der Vater des missgestalteten Ich-Erzählers, des "Pinguins", seinen Laden in der Altstadt Beiruts schließen muss, und die Familie in ein ödes Neubauviertel zieht, beginnt für ihn, wie auch für die Eltern, die Zeit der Isolation Der Gesang des Pinguins und Einsamkeit. Allein die Mutter versteht es, diese Isolation durch Freundschaft mit einer Nachbarin zu durchbrechen; der Vater erblindet und stirbt, während "Pinguin" auf die Beobachtung der Nachbarstochter fixiert ist und sich Tagträumen hingibt. Das düstere Porträt einer zerfallenden Familie, stellvertretend für den Verfall der alten, homogenen Gesellschaft im Libanon, besticht durch ungemein scharfe Beobachtungsgabe und gekonnte, detaillierte Darstellung alltäglicher, nichtiger Handlungen und Reaktionen. Für Leser, die sich für arabische Literatur interessieren, empfohlen.

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Gesang des Pinguins

Der Gesang des Pinguins

Hassan Dawud
Lenos-Verl. (2000)

Arabische Literatur im Lenos-Verlag
200 S.
fest geb.

MedienNr.: 147877
ISBN 3-85787-308-6
3857873086
ca. 18,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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