T. Singer

Ständig grübelt Singer darüber nach, was andere Leute über ihn denken, und schämt sich noch nach vielen Jahren über vermeintliches Fehlverhalten. Er will eigentlich Schriftsteller werden, kommt aber nie über den ersten Satz T. Singer seines geplanten Romans hinaus, bricht sein Studium ab und wird mit 34 Jahren schließlich Bibliothekar in der Stadtbibliothek Notodden, zieht aus der Großstadt Oslo in die Provinz und hofft, dort Anonymität und Ruhe zu finden. Er bleibt ein Einzelgänger mit einem kleinen, unverbindlichen Bekanntenkreis, bis er die Töpferin Merete kennenlernt und sie heiratet, obwohl sie schon ein zweijähriges Kind hat. Durch Merete wird sein Leben ein wenig bunter, er lernt kochen, macht den Führerschein - doch diese wenigen Veränderungen des grüblerischen Singer sind Merete auf Dauer zu wenig. Die beiden wollen sich trennen - da verunglückt Merete tödlich. Singer fühlt sich verpflichtet, für die Stieftochter zu sorgen, weil er sich nicht traut, den Schwiegereltern von der geplanten Scheidung zu erzählen. Er geht mit dem Kind nach Oslo zurück und kümmert sich dort um das Mädchen, bis es die Schule abgeschlossen hat. - Ein melancholischer Roman, in dem der Autor über Dutzende von Seiten Singer über sein Leben grübeln lässt - Singer bleibt sich selbst ein Rätsel. Ein Roman, der nur literarisch interessierte Leser fesseln dürfte. (Übers.: Ina Kronenberger)

Gudrun Eckl

Gudrun Eckl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

T. Singer

T. Singer

Dag Solstad
Dörlemann (2019)

283 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 597100
ISBN 978-3-03820-065-9
9783038200659
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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