Taqawan

1981 kommt es aufgrund geänderter Fischereigesetze im Lachsfanggebiet der Mi'gmaq in der Restigouche-Mündung zu blutigen Unruhen zwischen den First Nations und der Polizei von Québec. Die 15-jährige Océane wird dabei auf dem Rückweg Taqawan von der Schule ins Reservat von drei Polizisten vergewaltigt. Der ehemalige kanadische Ranger Yves Leclerc findet das schwerverletzte Mädchen und bittet den Mi'gmaq-Einsiedler William Metallic um Hilfe. Nach der Erstversorgung bringen die Männer Océane zu der französischen Lehrerin Caroline, damit sie sich erholen kann. Als Caroline und Océane kurz darauf entführt werden, wird Yves und William klar, dass mehr hinter dem Angriff stecken muss und sie machen sich auf die Suche nach den Frauen. - Die spannende Kriminalgeschichte ist gekonnt in den historischen Hintergrund der Unruhen um die Lachsfangrechte der First Nations in Québec eingebettet. Dadurch werden die Verbrechen der weißen gegen die indigene Bevölkerung umso deutlicher herausgestellt. Der Roman wird immer wieder von Kapiteln mit historischen Einblicken in die Geschichte und Kultur der Mi'gmaq und die Verbrechen der Kolonialisierung unterbrochen. Aufwühlend und mitreißend zugleich!

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Taqawan

Taqawan

Éric Plamondon ; aus dem Französischen von Anne Thomas
Lenos Verlag (2020)

Lenos Polar
208 Seiten
kt.

MedienNr.: 958417
ISBN 978-3-03925-004-2
9783039250042
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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