SPQR

Die Verfasserin beginnt nicht mit der Gründung Roms, sondern mit der Catilinarischen Verschwörung im Jahre 63 v. Chr. und der Rolle, die Cicero dabei spielte. Der dann folgende Rückblick auf die Königszeit und die Republik ist SPQR gekennzeichnet von großer Skepsis. An zahlreichen Beispielen wird überzeugend dargelegt, wie die Römer ihre Geschichte im Nachhinein sahen und dass vieles nicht so gewesen sein kann, wie sie es darstellten. Bei der Behandlung der Kaiserzeit geht die Verfasserin nicht einfach chronologisch vor, sondern versucht aufzuzeigen, was für diese Epoche charakteristisch ist. Die Darstellung endet mit dem Jahr 212 n. Chr. und der Verleihung des Bürgerrechts an alle freien Bewohner des gewaltigen Imperiums. Als Quellen sind nicht nur die Werke von Cicero, Livius, Tacitus und Plinius dem Jüngeren herangezogen, sondern auch nicht allgemein bekannte Autoren. Dabei stellt die Autorin immer wieder die Frage nach der Plausibilität der alten Texte. Denn Beard bezweifelt viele Darstellungen in den Quellen, z.B. bei der Schilderung der Untaten Caligulas und Neros. - Das umfangreiche Werk ist spannend zu lesen. Kulturgeschichtliche und gesellschaftliche Probleme sind nicht ausgespart. Auch Seitenhiebe auf gegenwärtige Auseinandersetzungen fehlen nicht. - Vielen Büchereien zu empfehlen.

Hans Niedermayer

Hans Niedermayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

SPQR

SPQR

Mary Beard
Fischer (2016)

651, [16] S. : Ill. (z.T. farb.), Kt.
fest geb.

MedienNr.: 586262
ISBN 978-3-10-002230-1
9783100022301
ca. 39,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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