Das größere Glück

Thassadit Amzwar ist eine erstaunliche Person: aus Algerien stammend hat sie im dortigen Bürgerkrieg ihre Familie verloren, hat Schreckliches erlebt und scheint doch völlig unbelastet durch dieses Schicksal, ja sogar von einem dauerhaft Das größere Glück Glücksgefühl beseelt. Russell Stone, aus dessen Sicht Richard Powers seinen neuen Roman erzählt, lernt sie als Studentin in seinem Seminar für kreatives Schreiben kennen und ist fasziniert. Doch er macht sich Sorgen, dass die unerklärliche Heiterkeit Zeichen eines schweren Traumas ist und wendet sich deshalb an die Psychologin Candace Weld. Sie vermutet bei Thassa einen seltenen genetischen Defekt und möchte weitere Untersuchungen durchführen. Doch dann werden die Medien auf das Phänomen aufmerksam und Thassa wird zum Opfer des Rampenlichts, während Russell und Candace ihre Gefühle füreinander entdecken. Das Geheimnis des Glücks, die Gefahren medialer Hetze - Richard Powers nimmt sich in seinem neuesten Werk großer Themen an. Doch in diesem gedanklichen Experiment in Romanform bleiben die Figuren schemenhaft und farblos. Dafür weist der Roman mit seinem allwissenden, jedoch ungreifbar bleibenden Erzähler eine literarisch spannende Konzeption auf. Fans des bekannten amerikanischen Autors kommen auf ihre Kosten.

(Übers.: Henning Ahrens)

 

Rebecca Taubach

Rebecca Taubach

rezensiert für den Borromäusverein.

Das größere Glück

Das größere Glück

Richard Powers
S. Fischer (2009)

414 S.
fest geb.

MedienNr.: 315135
ISBN 978-3-10-059024-4
9783100590244
ca. 22,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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