Nachkommen

Indem die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz die psychische Befindlichkeit ihrer Protagonistin Nelia Fehn analysiert, erzählt sie von deren Ängsten und Selbstzweifeln. Schickt es sich, unmittelbar nach dem Tod Nachkommen des geliebten Großvaters eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse anzunehmen? Wie würde die konservative Familie reagieren, wenn sie für ihren sozialkritischen Debütroman den Deutschen Buchpreis zuerkannt bekäme? In Frankfurt angekommen, muss die Zwanzigjährige ein Wechselbad der Gefühle über sich ergehen lassen. Sie trifft auf unterschiedlichst motivierte Messegäste und befürchtet, dass die Beurteilung literarischer Qualität mit dem erwarteten Profit zusammenhängt. Von geheuchelter Freundlichkeit abgestoßen, flüchtet sie sich zunächst in das Gespräch mit ihrer verstorbenen Mutter. Die darüber hinaus mit ihrem griechischen Freund gehaltene Zwiesprache hilft ihr, psychisches Unbehagen zu überwinden. - Obwohl Marlene Streeruwitz in ihrem rhythmisch-dynamisch geschriebenen, für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 nominierten Roman über ein hart umkämpftes Geschäftsfeld berichtet, steht das subtile Porträt einer jungen Frau im Mittelpunkt, die einen selbstbestimmten Weg gehen möchte.

Kirsten Sturm

Kirsten Sturm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Nachkommen

Nachkommen

Marlene Streeruwitz
S. Fischer (2014)

431 S.
fest geb.

MedienNr.: 397559
ISBN 978-3-10-074445-6
9783100744456
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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