Der deutsche Krieg

Nicholas Stargardt, Historiker an der Universität Oxford, beschäftigt sich in diesem Buch mit den bisher kaum untersuchten Fragen, wie die Deutschen - Zivilbevölkerung wie Soldaten - die Zeit des Zweiten Weltkriegs sahen, wie sie Der deutsche Krieg die anfänglichen Siege und die sich ankündigende Katastrophe empfanden, welche Rechtfertigung sie sich für militärische wie zivile Gräueltaten zurechtlegten und warum sie trotz persönlich bitterer Erfahrungen Hitler bis zuletzt die Treue hielten. Diese Themen stellt der Autor aus der Sicht ganz unterschiedlicher Deutscher dar, aus Tagebüchern, Briefen sowie Aufzeichnungen von Offizieren und einfachen Soldaten, Hausfrauen und Journalistinnen, Akademikern und Bauern, Protestanten und Katholiken und zeigt sowohl durch diese vielschichtigen authentischen Belege als auch durch wissenschaftliche Recherchen, wie die viel beschworene "Volksgemeinschaft", der stets geschürte Hass gegen "Bolschewismus und die jüdische Weltrevolution", insbesondere aber die pseudoreligiöse Überhöhung des "Führers" bei den meisten mögliche Zweifel beiseiteschieben. Überzeugend arbeitet Stargardt heraus, dass diese Mischung - je aussichtsloser die Lage an den Fronten und in der Heimat wurde - bei den meisten zur Motivation zum Durchhalten wird und letztlich auch dazu führt, dass Schuldgefühle von Selbstmitleid überlagert werden. - Ein wichtiges Buch! Ein Muss für alle Büchereien!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der deutsche Krieg

Der deutsche Krieg

Nicholas Stargardt
S. Fischer (2015)

838, [24] S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 582388
ISBN 978-3-10-075140-9
9783100751409
ca. 26,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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