Der Tod Jesu

Der zehnjährige David liegt mit merkwürdigen Symptomen im Krankenhaus. Er fällt plötzlich um, weil seine Beine ihn nicht mehr tragen, hat geschwollene Gelenke und wunde Stellen am Körper. Die Pflegeeltern Inés und Simón sind Der Tod Jesu sehr besorgt. David hatte sie vor der Krankheit verlassen, weil er als Waise lieber im örtlichen Waisenhaus leben wollte. Täglich pilgern Kinder von dort an sein Krankenbett, um sich Geschichten erzählen zu lassen. Ausgehend von den Figuren aus Cervantes' "Don Quijote" fabuliert der Junge einen Kosmos, in dem es um Gut und Böse geht. Während die Krankheit fortschreitet, spricht er mit Simón über den Sinn seines Leidens und den Grund für sein Erdendasein. - Coetzee schildert im Abschluss seiner Jesus-Trilogie (zul. "Die Schulzeit Jesu", BP/mp 18/680) das Leiden und den Tod des Jungen. Wie auch in den vorherigen beiden Bänden kommt der Name Jesus nur im Titel vor. Es wimmelt jedoch von biblischen Anspielungen: ein Mörder, der Reue zeigt, ein Lamm, das gerissen wird, eine zu verkündende Botschaft. Coetzee lässt den Stiefvater Simón als Chronist auftreten. Gleichzeitig ist er der zweifelnde, nicht verstehende Mensch auf der Suche nach Wahrheit. Eine Kenntnis der ersten beiden Teile ist nicht zwingend, aber hilfreich. Für literarisch interessierte Leser ab mittleren Beständen und überall dort, wo die Vorgängerbände vorhanden sind.

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Tod Jesu

Der Tod Jesu

J. M. Coetzee ; aus dem Englischen von Reinhild Böhnke
S. Fischer

220 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 943844
ISBN 978-3-10-397026-5
9783103970265
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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