Wie alles kam

Der Erfinder des Sams und Autor zahlreicher Kinderbücher erzählt seine Kindheit in Form eines Romans. Er wird 1937 in Schweinfurt geboren. Seine Mutter stirbt im Kindbett, er nennt sie später seine "Himmelmama". Als der Wie alles kam Vater seine zweite Frau kennenlernt, ist Paul zwei Jahre alt. Während der Vater im Krieg ist, zieht die Stiefmutter mit ihrer Schwiegermutter und dem kleinen Jungen aufs Land zu ihren Eltern, die eine Gaststätte betreiben. Paul wächst behütet unter zahlreichen Frauen auf: zwei Großmütter, eine Tante und die Mutter. Er ist ein schüchternes und zurückhaltendes Kind. Als der Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurückkommt, zieht die Familie zurück in die Stadt und der Junge muss sich von seinem besten Freund und der vertrauten Umgebung verabschieden. Der Vater ist ihm fremd, das Verhältnis der beiden schwierig. Paul fürchtet sich vor dem prügelnden Vater. - Nicht chronologisch, sondern in "Erinnerungspfützen" erzählt der Autor warmherzig von Kindheit und Jugend und springt mitunter in die Gegenwart. Maars Roman ist ein Vaterbuch, es ist der Versuch, dem Vater gerecht zu werden. Gerne folgt man diesem großen Erzähler durch die 40er und 50er Jahre in Deutschland und erschrickt wieder einmal vor den Traumata, die bis heute wirken. Sehr empfehlenswert!

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Wie alles kam

Wie alles kam

Paul Maar
S. Fischer (2020)

297 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 957018
ISBN 978-3-10-397038-8
9783103970388
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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