Fahrradfahren

Beginnt die Geschichte des Fahrrades mit der Erfindung des Laufrades durch Karl Drais, also mit der Draisine und damit vor 200 Jahren 1817? Oder mit der Entwicklung des Pedalantriebs im Jahr 1861? Oder sprechen wir besser erst dann Fahrradfahren von einem Fahrrad, wenn Pedale, Kette und gleich große Vorder- und Hinterrädern vorhanden sind? All diesen Fragen geht Johann-Günther König auf recht kurzweilige Art kulturhistorisch auf den Grund. Dabei verliert er sich nicht in der Geschichte der ersten Jahre, sondern hat stets das Ganze bis hin zu jüngsten Entwicklungen im Blick. Das Smartphone, so postuliert er, wird dem Fahrrad erneut einen gewaltigen Schub verleihen. Der Blick in unsere Innenstädte belegt die These: Inzwischen können Räder an jeder Ecke per Mobiltelefon entliehen werden. König bombardiert den Leser mit Zahlen und Fakten ("jährlich 80.000 Verletzte") und nimmt ihn mit in europäische Metropolen wie Kopenhagen, wo Stahlross und Reiter sehr viel mehr Akzeptanz im alltäglichen Verkehr erfahren als hierzulande. Das Büchlein bietet unnützes, umfassendes, erheiterndes und skurriles Wissen dar und richtet den Blick auch in die Zukunft: Vorgestellt werden geplante und bereits gebaute Radschnellwege, Pilotstrecken und eRadschnellwege. Vieles spricht dafür, dass diese Dinge in unseren Alltag einziehen werden. Darum ab mittleren Beständen zu empfehlen.

Georg Walser

Georg Walser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Fahrradfahren

Fahrradfahren

Johann-Günther König
Reclam (2017)

235 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 860035
ISBN 978-3-15-011098-0
9783150110980
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Te
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