Schlaf, Eule, schlaf

Schlaflos im Wald. Das Titelbild von "Schlaf, Eule, schlaf" zeigt deutlich das Problem der Hauptfigur. Während alle anderen Waldbewohner neben ihr auf dem Ast schlafen, ist die kleine Eule Olga hellwach. Die Geschichte des Schlaf, Eule, schlaf amerikanischen Autors und Illustrators Louis Slobodkin erschien bereits 1958, ist nun aber erstmals auf Deutsch erhältlich. Hier offenbart sich eine zeitlose, ruhige und humorvolle Gute-Nacht-Geschichte über die Schwierigkeit des Einschlafens. Alles hat die kleine Eule schon versucht, rechtes Auge zu, linkes Auge zu und sogar beide Augen zusammenzukneifen, nichts hat ihr den ersehnten Schlaf gebracht. So macht sie sich auf, um den weisen alten Uhu zu fragen. Doch der kann nicht helfen. Und auch Streifenhörnchen, Opossum oder Rotkehlchen nicht. Olga probiert zwar deren Einschlafrituale, aber das Zusammenrollen, Überkopfhängen oder Astwippen führt immer nur bei den Ratgebern zum gewünschten Ergebnis. Erst ein gemeinsam gesungenes Schlaflied der Drossel bringt Rettung. Die Illustrationen, oftmals in den Text gestellt, meistens noch einmal spotartig umrahmt, fangen die "Dramatik" des Unterfangens in kleinen Szenen ein. Wunderbar unaufgeregt.

Anna Winkler-Benders

Anna Winkler-Benders

rezensiert für den Borromäusverein.

Schlaf, Eule, schlaf

Schlaf, Eule, schlaf

Louis Slobodkin
Diogenes (2017)

32 S. : überw. Ill. (farb.), Notenbeisp.
fest geb.

MedienNr.: 591584
ISBN 978-3-257-01214-9
9783257012149
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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