Die Welt ist im Kopf

Wie einen Schatz hütet der dreißigjährige Philosoph Schopenhauer ein Schreiben an den Dichter und Lebemann Lord Byron, in dem der altehrwürdige Dichter Goethe ihm eine Empfehlung ausspricht. Schopenhauer hat sich soeben mit seinem Die Welt ist im Kopf Verleger F.A. Brockhaus über das verzögerte Erscheinen seines Buches "Die Welt als Wille und Vorstellung" überworfen und entscheidet sich, nach Venedig zu reisen. Schon an der österreichischen Grenze erregt er Misstrauen wegen seines aufbrausenden Verhaltens und wegen des Empfehlungsschreibens an Lord Byron. Fortan steht er unter Beobachtung, da er dem Fürsten Metternich und seiner Geheimpolizei, dem skandalumwitterten Lord Byron gleich, ein aufrührerischer Agitator und Provokateur zu sein scheint, der die Ordnung der österreichischen Monarchie und seiner Provinzen bedroht. In Venedig verpasst er viele Chancen, auf Byron zu treffen und ihn kennenzulernen. Gleichwohl lernt er die hübsche Teresa kennen und lieben, die sein Weltbild aus den Fugen geraten lässt. - In seinem gelungenen Erstlingsroman erzählt Christoph Poschenrieder viel mehr über den Menschen als über den Philosophen Schopenhauer. Der Stolz auf sein Werk, die Wut über das verzögerte Erscheinen und die Enttäuschung über die Ignoranz gegenüber seinen Vorstellungen lassen den Leser mitfiebern und mitleiden. Es ist zudem ein Buch über zahlreiche verpasste Chancen, die Schopenhauers Werk viel früher in das ihm gebührende Licht gerückt hätten. Ein unterhaltsames Buch, das auch für Leser ohne fortgeschrittenes philosophisches Hintergrundwissen gut zu lesen ist. Sehr empfehlenswert.

Die Welt ist im Kopf

Die Welt ist im Kopf

Christoph Poschenrieder
Diogenes (2010)

341 S.
fest geb.

MedienNr.: 564651
ISBN 978-3-257-06741-5
9783257067415
ca. 21,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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