Hunkeler und die Augen des Ödipus

Peter Hunkeler, Kommissar in Basel, steht ganz kurz vor der Pensionierung, als der Intendant Bernhard Vetter nach einer umstrittenen Premiere des "König Ödipus" am Basler Stadttheater spurlos verschwindet. Sein Hausboot Hunkeler und die Augen des Ödipus wird verlassen jenseits der Grenze auf deutschem Hoheitsgebiet gefunden. Gerüchte und Verdächtigungen weisen auch ins Elsass, deshalb wird gleich eine hochrangige Drei-Länder-Kommission gebildet. Hunkeler mit seiner gewohnt unkonventionellen Art stört eigentlich nur noch. Nach einer Krankheitspause und der folgenden Abschiedsfeier ist er auch offiziell raus aus dem Fall und streift doch weiter - ohne amtliche Legitimation - durch das Theatermilieu und die Halbwelt im Basler Rheinhafen. Bedächtig, geduldig und neugierig auf Menschen erfährt er mehr und anderes als seine früheren Kollegen von der Polizei. - Die vielfältige Landschaft im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz als Hintergrund und die klare, unaufgeregte Erzählweise machen auch diesen neuen Fall für Hunkeler (zuletzt: BP 08/603) zu einem ausgesprochen angenehmen Leseerlebnis. Bleibt für die Leser nur zu hoffen, dass dies nicht Hunkelers letzter Fall bleibt, sondern dass Hansjörg Schneider auch für den Pensionisten weitere Einsätze erfinden wird.

Marion Sedelmayer

Marion Sedelmayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Hunkeler und die Augen des Ödipus

Hunkeler und die Augen des Ödipus

Hansjörg Schneider
Diogenes (2010)

232 S. : Kt.
fest geb.

MedienNr.: 566252
ISBN 978-3-257-06761-3
9783257067613
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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