Hab und Gier

Die Ich-Erzählerin Karla, Bibliothekarin im vorgezogenen Ruhestand und vereinsamt, wird von einem ehemaligen Kollegen in sein großes Haus zum Frühstück eingeladen. Wolfram ist schwer an Krebs erkrankt und ebenfalls allein. Er macht Hab und Gier ihr ein Angebot: Wenn sie den Krebskranken bis zu seinem Tod pflegt, erbt sie sein halbes Vermögen. Bringt sie den wohlhabenden Witwer vorher um, bekommt sie alles. Eine große Verlockung - Karla, zunächst einfach nur hilfsbereit, fängt an, vom Wohnen im schönen Haus zu träumen und weiht ihre junge Freundin Judith ein, die sie bestärkt, in den Vorschlag einzuwilligen. Anfängliche Skrupel Karlas werden von Judith und ihrem Freund beiseite geschoben. Sie gehen auch über Leichen, damit Karla als Erbin im Testament eingesetzt wird. - Wieder eine rabenschwarze Geschichte von Ingrid Noll: Mit Ironie und Sarkasmus zeichnet sie eine Frau, die ihre Moral über Bord wirft, und thematisiert rücksichtslose Gier und Sterbehilfe. Alles endet jedoch mit einem Happy End für Karla. Der neue Titel gehört wieder zu den besseren der Autorin und bietet auf jeden Fall amüsante Unterhaltung.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Hab und Gier

Hab und Gier

Ingrid Noll
Diogenes (2014)

252 S.
fest geb.

MedienNr.: 577001
ISBN 978-3-257-06885-6
9783257068856
ca. 21,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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