Wir holen alles nach

Vor Jahren schlug das Unglück in Sinas Leben an einem einzigen Tag gleich dreimal zu. Nun ist es wieder soweit: Die Hausverwaltung erhöht Sinas Miete beträchtlich, Sinas Arbeitsplatz und einzige Einnahmequelle wackelt und am Körper Wir holen alles nach ihres achtjährigen Sohnes entdeckt der Sportlehrer blaue Flecken. Wer sie ihm zugefügt hat, darüber schweigt der Junge beharrlich. Es könnten Sina selbst, ihr neuer, alkoholkranker Lebenspartner oder die Nachhilfelehrerin Ellen gewesen sein. Letztere betreut den Jungen gegen Geld und schenkt ihm das, was der alleinerziehende Sina mit ihrem stressigen Job fehlt, nämlich Zeit. Das Jugendamt wird eingeschaltet und Ellen äußert einen folgenschweren Verdacht. Im Nu setzen sich Schuldzuweisungen in den Köpfen der Erwachsenen fest und Sinas Leben verändert sich nachhaltig. - Dieser hochspannende Roman bedient zwei Erzählebenen: die eine rückt das Leben der Rentnerin Ellen in den Mittelpunkt, die andere zentriert sich um Sina und Elvis. Als Leitmotiv wirkt der Gedanke, der dem sehr lesenswerten, weil unheimlich spannenden und gehaltvollen Buch seinen Titel gab. Geschickt treiben die Geschehnisse auf einen Höhepunkt zu, der nicht unbedingt so zu erwarten war. Dass ein Happyend lediglich angedeutet ist, macht die Lektüre noch lohnender.

Martina Mattes

Martina Mattes

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wir holen alles nach

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Martina Borger
Diogenes ([2020])

295 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 600486
ISBN 978-3-257-07130-6
9783257071306
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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