Im Tal der Gebeine

In der fünften Folge der kriminalistischen Ermittlungen des Zürcher Rabbiners greift der Autor erstmals einen Aspekt des Holocausts auf: Mit Hilfe ihrer Schweizer Verwandten gelangte 1938 die kleine Bianca nach England und studierte Im Tal der Gebeine dort. Sie heiratete später den Kanadier Himmelfarb und wurde eine erfolgreiche Unternehmerin und Kunstmäzenin. Seit Jahren hat die hochbetagte Dame am Zürichsee ein Appartement. Dort besuchte Klein seine entfernte Verwandte am Mittag; am nächsten Morgen überrascht ihn der Anruf der Kripobeamtin Karin Bänziger: Tante Himmelfarb starb abends nach dem Konsum von Zyankali. Tatverdächtig könnten der Ehemann der Hauswirtschafterin sein, weil sie die Wohnung erbt; Klein selbst, weil auch er im Testament bedacht ist, oder ein Wiener Buchhändler. Der Fall löst sich, als Klein die 90-jährige Schwester der Toten in England besucht. - In bewährter Weise nimmt Bodenheimer den Leser in den heutigen jüdischen Alltag mit; diesmal in die hektische Zeit der Vorbereitungen für das Pessachfest. Mehrfach betont er dabei den Wert der Sabbatruhe, die besonders die Töchter des Rabbiners schätzen. "Mega offline" gibt nicht nur ihnen Kraft, den Alltag zu bewältigen. Man darf diese Passagen durchaus als Empfehlung für jedermann nehmen, sich bewusst aus dem Alltag zu lösen und nicht immer erreichbar zu sein. Das Buch ist an einen Leserkreis adressiert, der sein Wissen um das Judentum authentisch erweitern und zugleich eine in ihren menschlichen Aspekten anrührende Story lesen will.

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Im Tal der Gebeine

Im Tal der Gebeine

Alfred Bodenheimer
Nagel & Kimche (2018)

206 S.
fest geb.

MedienNr.: 895293
ISBN 978-3-312-01085-1
9783312010851
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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